Neue Enthüllungen NSA hat weltweit Mobilfunkanbieter gehackt

Der US-Geheimdienst hat die meisten Mobilfunk-Provider der Welt systematisch ausgeforscht. So sollten Schwachstellen in den Netzen gefunden und ausgenutzt werden. Sogar E-Mail-Konten der Mitarbeiter wurden überwacht.
Arbeiter an einem Mobilfunkmast (Symbolbild): Programm Auroragold hilft der NSA beim Ausspähen

Arbeiter an einem Mobilfunkmast (Symbolbild): Programm Auroragold hilft der NSA beim Ausspähen

Foto: Daniel Reinhardt/ dpa

Die NSA hat laut Informationen aus Snowden-Dokumenten Hunderte Mobilfunkanbieter ausgespäht. Ziel war es, früh auf Schwachstellen in den Netzen zu stoßen. Unter anderem habe der US-Geheimdienst dafür Arbeitsgruppen der Branchenvereinigung GSMA (GSM Association) ausgeforscht, berichtet die Website "The Intercept ".

Bei der Operation mit dem Namen Auroragold  seien mehr als 1200 E-Mail-Konten von Mitarbeitern der Branche überwacht worden. Unter dem so erbeuteten Material befanden sich laut dem Bericht vertrauliche Dokumente und Pläne, die es dem Geheimdienst ermöglichten, sich Zugang zu den Telefonnetzwerke zu verschaffen.

Die Informationen über Sicherheitslücken würden an die Teams weitergegeben, die Software zum Eindringen in die Netze entwickeln, hieß es. Zum Jahr 2012 habe die NSA technische Informationen über 70 Prozent der Mobilfunkbetreiber weltweit gesammelt.

Auf alle Mobilfunknetze der Welt zugreifen

Unter anderem habe der Abhördienst die Dokumente ausgewertet, in denen die Anbieter Informationen über das Funktionieren ihrer Netze austauschen. Das ist eine Standardprozedur, damit das Roaming bei Reisen in andere Länder funktioniert. Mit diesen Daten könne die NSA besser nach Sicherheitslücken suchen - und auch erfolgreicher daran arbeiten, eigene Schwachstellen einzuführen, heißt es in den Unterlagen.

IT-Sicherheitsexperte Karsten Nohl sagte "The Intercept", das Ziel der NSA dürfte den Dokumenten zufolge gewesen sein, auf alle Mobilfunknetze der Welt zugreifen zu können.

Dass die NSA den Mobilfunk im Visier hat, war bereits bekannt. Sie soll die gängige Verschlüsselung des betagten GSM-Funkstandards geknackt und vor Jahren auch ein ungesichertes Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört haben. Das Ausmaß der Ausforschung von Mobilfunk-Anbietern ist aber neu. Laut den Dokumenten arbeitet die NSA auch daran, neuere Verschlüsselungs-Techniken auszuhebeln.

Auch wenn es zwischenzeitlich etwas ruhiger geworden ist um Edward Snowden und den NSA-Skandal, so reißen die Enthüllungen von Dokumenten aus seinem umfangreichen Fundus keineswegs ab. Bei "The Intercept" werten Journalisten um den Enthüllungsreporter Glenn Greenwald die von Edward Snowden veröffentlichten Geheimpapiere aus.

juh/dpa
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