Datenpanne beim G20-Gipfel Australiens Einwanderungsbehörde stellt Autocomplete-Funktion ab

Australien zieht erste Konsequenzen aus der peinlichen Datenpanne beim G20-Gipfel in Brisbane. Die Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde müssen künftig wieder sämtliche E-Mail-Adressen vollständig eintippen.
Gipfelteilnehmerin Merkel: Ihre persönlichen Daten landeten beim falschen Adressaten

Gipfelteilnehmerin Merkel: Ihre persönlichen Daten landeten beim falschen Adressaten

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Ein Mitarbeiter der australischen Einwanderungsbehörde hatte einmal nicht aufgepasst, schon waren die persönlichen Daten von 31 internationalen Staats- und Regierungschefs beim falschen Adressaten gelandet.

Die Reisepass- und Visanummern der Teilnehmer des G20-Gipfels im vergangenen November in Brisbane, darunter Kanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama sowie Russlands Staatschef Wladimir Putin, landeten so beim Veranstalter der Asien-Fußball-Meisterschaft, die im Januar in Australien stattfand.

Die Ursache für die Datenpanne: Ein Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde hatte versäumt, beim Versand einer E-Mail mit Microsoft Outlook die automatische Vervollständigung in der Adresszeile zu überprüfen. Die Mail landete deshalb bei der falschen Person.

Nun zieht die Einwanderungsbehörde erste Konsequenzen. Die Autocomplete-Funktion bei E-Mails wird ab sofort abgestellt. "Wenn sie vorher einer Person eine E-Mail geschickt haben, müssen sie die Adresse trotzdem komplett eintippen", sagte der Chef der Behörde Matthew Yannopoulos dem "Australian" . "Ich habe das so qualvoll gemacht, damit sie wirklich drüber nachdenken müssen." Bei seinen Mitarbeitern kommt das offenbar gar nicht gut an. "Sie sind ziemlich unglücklich darüber", sagte Yannopoulos.

Australien hatte die Bundesregierung nicht über die Panne informiert, wie ein Sprecher auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE sagte. Auch andere betroffene Staats- und Regierungschefs wurden offenbar nicht in Kenntnis gesetzt. Die Regierungen der USA und Indiens teilten mit, sie prüften die Berichte und behielten sich weitere Schritte vor.

syd