Supermarkt für Cybercrime "Avalanche"-Drahtzieher nach weltweitem Onlinebetrug vor Gericht

Mit Schadsoftware und anderen Attacken hat eine Gruppe Cyberkrimineller Zehntausende Bankkonten geplündert. Nun stehen die Betrüger vor Gericht.

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Mehr als einem Dutzend Drahtziehern des weltweiten Onlinebetrugsnetzwerks "Avalanche" wird der Prozess gemacht. Die Kriminellen sollen unter anderem für Phishing-Attacken mit der Schadsoftware "GozNym" verantwortlich sein. Die Cyberkriminellen nutzten sie neben anderen Methoden, um die Bankkonten ihrer Opfer leerzuräumen. Der Gesamtschaden wird auf mehrere Hundertmillionen Euro geschätzt.

Allein mit der "GozNym"-Schadsoftware versuchten die Betrüger etwa 100 Millionen Dollar von mehr als 41.000 Geschädigten abzugreifen. Europol zufolge waren vor allem Unternehmen und deren Geldinstitute betroffen.

Gemeinsame Ermittlungen in 40 Ländern inner- und außerhalb Europas hatten Ende 2016 zur Zerschlagung des "Avalanche"-Netzwerks geführt.

Bei einer Europol-Pressekonferenz in Den Haag bezeichnete Steven Wilson, Leiter des European Cybercrime Centre EC3 von Europol, das kriminelle Netzwerk am Donnerstag als "Cybercrime-Supermarkt". Die Betrüger hatten ihre Dienstleistungen auch anderen Kriminellen zur Verfügung gestellt.

"Das GozNym-Netzwerk ist ein Beispiel für ein Angebot von 'Cybercrime als Service,' mit kriminellen Leistungen wie sicherem Hosting, Scharen digitaler Geldkuriere, Verschlüsselungsexperten, Spammern, Codern, Organisatoren und technischem Support", heißt es in einer Pressemitteilung von Europol. Das "Avalanche"-Netzwerk habe seine Expertise etwa 200 Cyberkriminellen angeboten, die rund 20 verschiedene Schadsoftware-Attacken ausgeführt haben.

In Deutschland waren Cybercrime-Spezialisten der Staatsanwaltschaft Verden und der Zentralen Kriminalinspektion Lüneburg an den Ermittlungen beteiligt. Während im außereuropäischen Ausland besonders "GozNym" immense Schäden angerichtet hat, waren deutsche Opfer vor allem durch die Schadsoftware "URLzone" betroffen, wie die Polizei in Lüneburg am Donnerstag mitteilte.

sop/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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prodemo 16.05.2019
1. Wo?
Wo findet der Prozess denn statt?
thilog 16.05.2019
2. Nochmals: wo "stehen" diese Verbrecher vor Gericht?
Ist es wirklich zu viel verlangt, von einem "Journalisten" aus dem "Netzweltressort" von SPON darüber informiert zu werden, wo der Prozess seit wann stattfindet, vor welchem Gericht in welchem Land usw.?
Rosenname 16.05.2019
3. Dünne Meldung
Wer wird angeklagt? Welcher konkrete Schaden? Was ist konkret passiert? Es ist nur von einem Versuch berichtet, was ist tatsächlich erfolgt? Alles sehr nebulös. Das ist kein informativer Journalismus. Sorry, erst recherchieren, dann alarmieren.
der_rookie 17.05.2019
4. @3 Rosenname
Welcher konkrete Schaden verursacht wurde können Sie Problemlos googeln. Ich plädiere darüber hinaus auch endlich indirekte Schäden mit in die Strafen einzubeziehen: Wegen solcher kriminellen Hacker muss ich ständig meine Software aktualisieren. Das kostet mich Zeit und Geld. Um es einfach rechnen zu können: Alle in einem Jahr erwischten Hacker müssen gemeinsam die IT Sicherheitskosten aller Unternehmen, Behörden und Privatpersonen tragen.
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