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NSA-Standorte: Mangfall-Kaserne in Bad Aibling

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NSA-Standorte in Deutschland Bad Aibling

Der Bundesnachrichtendienst nutzt in Bad Aibling einen Horchposten, den jahrzehntelang die NSA betrieben hat. Gleich nebenan, in der Mangfall-Kaserne, sitzt das Verbindungsbüro der Amerikaner.

Sie sind zum bekannten Symbolbild für Überwachung geworden, die großen weißen Radoms, die wie riesige Pilze aus einer Wiese im bayerischen Bad Aibling ragen. Die Einrichtung gehört dem Bundesnachrichtendienst (BND), neuerdings sogar ganz offiziell mit Türschild - zuvor war das Areal als Standort der Bundeswehr getarnt.

Früher war die Abhörstation eine Echelon-Anlage, und die dort stationierten Amerikaner hatten offenbar ihren Spaß: In einem internen Dokument aus dem Jahr 2004 schreibt eine ehemals dort stationierter Mitarbeiter launig über seine Erinnerungen. Von Freibier und Leberkäse ist dort die Rede, von vielen unfreiwilligen Besuchen in Neuschwanstein und dem schnellen Fahren auf der Autobahn. Und davon, dass sich in Restaurants deutsche Hunde besser benehmen als amerikanische Gäste.

Nicht weit entfernt von der berühmten Abhöranlage liegt die Mangfall-Kaserne, ein Standort des BND. Hier wird mit der NSA zusammengearbeitet: SUSLAG heißt das Verbindungsbüro der Amerikaner zu den Deutschen.

Als die Abhörstation Bad Aibling 2004 von den USA an Deutschland übergeben wurde, zogen NSA-Mitarbeiter von dort in die Mangfall-Kaserne um, in ein eigens errichtetes Gebäude aus Metall, Spitzname "Die Blechdose". Im Gegensatz zu den anderen Gebäuden auf dem Gelände hat der NSA-Standort keine Fenster - dafür aber einen Zugang zum internen Netzwerk des Geheimdienstes.

In Dokumenten aus dem Snowden-Archiv tauchen zwei Projekte auf, die Amerikaner und Deutsche zusammenbrachten: Joint SIGINT Activity (JSA) und das Joint Analysis Center (JAC).

Im Rahmen der JSA-Zusammenarbeit wurden laut einem Dokument aus dem Jahr 2005 abgefangene Signale von der Mangfall-Kaserne über das European Technical Center in Wiesbaden Mainz-Kastel in das Netz der NSA eingespeist. Der BND interessierte sich besonders für die Kommunikation in Afghanistan. Die NSA-Kollegen unterstützten die Deutschen, von einer guten Zusammenarbeit und technischem Training ist die Rede.

Laut Bundesnachrichtendienst soll das JSA seit 2012 nicht mehr existieren.

Klicken Sie auf die Standorte, um zu Details und zu den Dokumenten zu gelangen. Hier geht es zur Einleitung.

juh/ore
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