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28. März 2017, 21:15 Uhr

IT-Sicherheit

Hacker greifen Bundestag an

Mehrere Bundestagsabgeordnete sind offenbar Opfer eines Cyberangriffs geworden. Unbekannte haben versucht, in das Netz des Bundestages einzudringen - ohne Erfolg, heißt es.

Hacker haben im Februar erneut versucht, in das Netz des Bundestages einzudringen. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" sind mindestens zehn Abgeordnetenbüros aus allen Fraktionen betroffen. Sowohl das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hätten den Angriff bestätigt. Die IT-Abteilung des Bundestages habe den neuen Angriff abwehren können. Die Fraktionsbüros sind offenbar nicht betroffen.

Das BSI teilte auf SPIEGEL-Anfrage mit, man stehe "seit Anfang Januar 2017 aufgrund von Auffälligkeiten im Netzwerkverkehr des Deutschen Bundestags im engen Austausch mit dem Bundestag".

Ziel der Attacke war unter anderem die Abgeordnete Marieluise Beck. Die Grünen-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass im Februar der Rechner einer Mitarbeiterin abgestürzt sei und die Verwaltung anschließend von auffälligen Serverbewegungen berichtet habe. Demnach seien alle Rechner befallen gewesen, die auf eine bestimmte ausländische Nachrichtenseite zugegriffen hätten. Beck war bereits im Februar 2014 Ziel eines Hackerangriffs geworden.

Ein Sprecher des BSI sagte, der Angriff sei aufgrund eines Hinweises des BfV entdeckt worden. Von den Rechnern aus wurde den Angaben zufolge versucht, Kontakt zu einer potenziell schadhaften Website aufzunehmen. Diese Verbindung wurde zur Sicherheit blockiert.

Der gesamte Bundestag war im Mai 2015 Ziel eines Angriffs. Damals mussten Server und Netzwerke mehrere Tage lang für Reparaturarbeiten abgeschaltet werden.

Update, 29. März: In einer BSI-Stellungnahme heißt es am Mittwoch, die technischen Analysen seien abgeschlossen: "Die Webseite der 'Jerusalem Post' war manipuliert und hat auf eine schädliche Drittseite verlinkt. Im Rahmen der Analysen hat das BSI jedoch keine Schadsoftware entdeckt, auch Infektionen sind dem BSI nicht bekannt."

koe/dpa

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