Betrug an Geldautomaten Störsender und Chips helfen gegen Skimming

Die Banken feiern einen Erfolg gegen Betrug mit kopierten EC-Karten: Die Zahl der Fälle mit geklauten Kartendaten ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte zurückgegangen. Offenbar zeigen technische Maßnahmen wie Chip-Prüfung und Störsender ihre Wirkung.

Geldautomat (Symbolbild): Kunden meldeten 156.000 Fälle im Jahr 2011
DPA

Geldautomat (Symbolbild): Kunden meldeten 156.000 Fälle im Jahr 2011


Frankfurt/Main - Die Zahl der Skimming-Fälle ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte zurückgegangen, die Schadenssumme um mehr als 40 Prozent gesunken. Das sagte Margit Schneider von der Euro Kartensysteme GmbH der deutschen Kreditwirtschaft in Frankfurt. 2010 hatte das Bundeskriminalamt (BKA) von 3183 Angriffen auf Geldautomaten und einem Schaden von 60 Millionen Euro gesprochen.

Beim Skimming verschaffen sich Kriminelle eine Kopie des Magnetstreifens einer EC-Karte und die dazugehörige PIN. Dazu werden Geldautomaten manipuliert, die PIN-Eingabe filmen die Kriminellen mit einer gut versteckten Kamera, der Magnetstreifen wird mit einem vor den eigentlichen Kartenschlitz aufgeklebten Lesegeräte erfasst. Mit den Kartenkopien heben die Kriminellen dann im Ausland an Automaten Geld ab.

Auch das BKA rechnet für das Jahr 2011 mit deutlich weniger Fällen solcher Kartendiebstähle. "Wir gehen davon aus, dass die eingeführten Sicherungsmechanismen greifen", sagte eine BKA-Sprecherin. Seit Jahresbeginn werden EC-Karten in Deutschland flächendeckend über einen eingebauten Chip geprüft. Da dies auch im europäischen Ausland so ist, müssen die Täter nach Russland oder Übersee ausweichen, um Kartendubletten einzusetzen. Zuvor hatte ein kurzer Trip über die Grenze gereicht.

Banken hätten daneben Störsender gegen Skimming-Module installiert, sagte Schneider. Schnelle Meldewege verhinderten zudem den Einsatz abgegriffener Daten. Von Januar bis November seien 156.000 womöglich manipulierte Girokarten gemeldet worden. In 88 Prozent der Fälle seien die betroffenen Karten so rasch gesperrt worden, dass sie den Tätern nichts nutzten. In Deutschland gibt es 97 Millionen Girokarten.

Allerdings weichen die Täter nach Beobachtung von BKA und Banken jetzt auf Fahrkartenautomaten, Tankstellen und Einkaufsmärkte aus. Die Tankstellenbetreiber seien gewarnt und kontrollierten ihre Geräte häufiger, sagte Schneider. Erstmals seit längerem habe es seit September wieder Fälle manipulierter Kartenterminals an Ladenkassen gegeben. Von 25 bemerkten Versuchen seien aber 17 vereitelt worden.

Für Verbraucher ist dies tückisch, weil manipulierte Geräte an der Ladenkasse von außen nicht erkennbar sind. Sie werden meist bei Einbrüchen von den Tätern umgebaut. Das BKA rät Händlern zur Kontrolle der Geräte, gerade wenn bei einem Einbruch nicht gestohlen wurde. Zudem melden manche Geräte, wenn sie nachts bedient wurden.

ore/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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Oberleerer 23.12.2011
1.
Meines Wissens gibt es nur ein Institut, wo man die Karte gegen Auslandseinsatz sperren lassen kann. Ich komme nie in meinem Leben nach Bulgarien oder Libanon, wo diese Abbuchungen am Ende ausgeführt werden. Dann werden die eben versuchen, das Geld in Deutschland abzubuchen, aber damit steigt dann auch das Risiko.
Kloppo09 23.12.2011
2. Sperre Ausland
Zitat von OberleererMeines Wissens gibt es nur ein Institut, wo man die Karte gegen Auslandseinsatz sperren lassen kann. Ich komme nie in meinem Leben nach Bulgarien oder Libanon, wo diese Abbuchungen am Ende ausgeführt werden. Dann werden die eben versuchen, das Geld in Deutschland abzubuchen, aber damit steigt dann auch das Risiko.
Sie können bei fast jeder genossenschaftlichen Bank Ihre Karte am Automaten oder im Online-Banking gegen Auslandsverfügungen sperren. Sonst macht es die Bank auch auf Anfrage. Verfügungen in Deutschland dürften aufgrund der Sicherheitstechnik nicht vorkommen, deshalb weichen Kriminelle ja auf das Ausland aus.
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