Bing Streetside Microsoft will Straßenpanoramen nun doch vorab verpixeln

Verpixeln nach Google-Vorbild: Microsoft will 2011 seinen Straßenpanoramendienst Streetside in Deutschland starten, Bürger sollen die Unkenntlichmachung ihrer Häuser noch vor Veröffentlichung beantragen können.


München - Der US-Software-Riese Microsoft will deutschen Verbrauchern bei seinem Straßenfotodienst nun doch einen Vorabwiderspruch ermöglichen. "Widerspruchsmöglichkeiten bestehen per Internet, E-Mail und Post bis zu zwei Monate vor der Veröffentlichung", erklärte eine Sprecherin des Konzerns. Vorher hatte der Konzern erklärt, vorgesehen sei "eine Widerspruchsmöglichkeit nach der Veröffentlichung".

"Nach interner Klärung" teilte das Unternehmen dann aber der Nachrichtenagentur AFP mit, dass auch der Vorabwiderspruch möglich sein soll. Der oberste Datenschützer von Microsoft Deutschland, Severin Löffler, hatte den "VDI-Nachrichten" zuvor gesagt, sein Unternehmen wolle sich an die Regeln der geplanten Selbstverpflichtung zum Datenschutz halten. Diese sieht vor, dass Haus- und Wohnungseigentümer sowie Mieter mit nur wenigen Klicks beantragen können, dass ihre Häuser in Straßenfotodiensten unkenntlichgemacht werden. Eine Möglichkeit zum Widerspruch schon vor dem Start von Geodatendiensten sieht der Kodex nicht vor.

Der Microsoft-Konkurrent Google hatte deutschen Verbrauchern nach heftigen Protesten diese Möglichkeit für seinen Dienst Street View eingeräumt. Zudem können Haus- oder Wohnungseigentümer und Mieter auch nach dem Start noch über einen Link beantragen, dass ihr Haus aus der Ansicht gelöscht wird. Löffler sagte, Streetside solle bereits im kommenden Jahr starten. Mit der Erfassung der Straßenansichten habe sein Unternehmen aber noch nicht begonnen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung stand, Microsoft wolle die Verpixelung nur nachträglich erlauben. Der Konzern hat nach Veröffentlichung der Meldung seine Position geändert, wir haben die Meldung entsprechend aktualisiert.

lis/AFP

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Seite 1
h.e.n.r.y 10.12.2010
1.
Warum wird denn nicht gleich auf diesen Verpixelungsquatsch verzichtet? Fotografieren von öffentlich einsehbaren Ansichten ist ein jedermanns Recht. Ich finde es auch nervig, dass meine Wohnsiedelung bei google übels verpixelt wird. Sieht echt nicht schön aus. Kann man sich da irgendwo beschweren? Ich möchte keine Verpixelung.
avollmer 10.12.2010
2. Mieter müssen vorsichtig sein
Mieter, die ohne Genehmigung des Hauseigentümers eine Verpixelung beantragen müssen sich bewusst sein, dass es bei einem Auszug ein Problem sein kann die Verpixelung rückgängig zu machen. Dies führt eventuell zu einem Schadenersatzanspruch des Vermieters, da die Nutzungseinschränkung über das Vermietverhältnis andauert. Schließlich sind verpixelte Häuser nur schwer vermietbar bzw. verkaufbar, da die Verpixelung abschreckend wirkt und Interessenten Schlimmstes vermuten lässt.
Kapnix, 10.12.2010
3. kT
Zitat von h.e.n.r.yWarum wird denn nicht gleich auf diesen Verpixelungsquatsch verzichtet? Fotografieren von öffentlich einsehbaren Ansichten ist ein jedermanns Recht. Ich finde es auch nervig, dass meine Wohnsiedelung bei google übels verpixelt wird. Sieht echt nicht schön aus. Kann man sich da irgendwo beschweren? Ich möchte keine Verpixelung.
Andere Menschen wünschen sich die Verpixelung welcher der beiden Wünsche wiegt mehr? Haben Sie ganz toll gemacht, vielleicht gibt es ja jetzt einen Nachbarschaftsorden. Toleranz geht anders. Haben Sie Belege für diese Behauptung oder ist nur der Wunsch Vater des Gedanken. Und was wäre im umgekehrten Fall?
oetzmann, 10.12.2010
4. ...
Och nö... bitte tut das nicht - das Google SV-Beispiel hat doch nun wirklich deutlich gezeigt, dass sowas quatsch ist. Da kann man sich die Mühe auch gleich sparen. Vielleicht sollten alle Verpixelungs-Hansel lieber große Milchglas-Scheiben vor ihrem Haus aufstellen... PS: Veröffentlichung von Pixelhäusern ist genau die richtige Methode diesem Schwachinn beizukommen.
A.Lias 10.12.2010
5. Wieso Mieter
Ich verstehe nach wie vor nicht, warum Mieter beschließen dürfen, dass fremdes Eigentum verpixelt werden darf. Womöglich noch ein einziger in einem Haus von mehreren Parteien. GSV sieht fürchterlich aus, ich verstehen die deutschen Politiker nicht, Öffentlichkeit hat nichts mit Privatsphäre zu tun, außerdem sollten die sich lieber kümmern, dass z.B. Meldeämter keine Adressdaten verkaufen dürfen, oder Ami-Land meine Kontodaten nicht zu sehen bekommt. Das wäre der wirkungsvollere Schutz.
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