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Virtuelle Währung: Für eine Handvoll Bitcoins

Bitcoin-Börse Mt. Gox schafft Anonymität ab

Wer künftig Bitcoins bei Mt. Gox in eine andere Währung tauschen will, muss seinen Account verifizieren. Die Börsenplattform fürs Internetgeld will damit illegale Geschäfte unterbinden. Doch sie reagiert wohl auch auf Druck aus den USA.

Hamburg - Seit Donnerstag müssen alle Nutzer des Tauschdienstes Mt. Gox ihren Account verifizieren, sofern sie Bitcoins in andere Währungen wie Dollar oder Euro tauschen und Geld abheben wollen. Die Handelsbörse reagiert damit offenbar auf den Druck der Behörden. Erst vor etwa einer Woche stoppten US-Ermittler das Online-Bezahlsystem Liberty Reserve. Beträge in Milliardenhöhe sollen illegal mithilfe der Netzwährung verschickt worden sein. Die Betreiber der Plattform müssen sich nun wegen Geldwäsche verantworten. Potentiell anonyme Netzwährungen sind nun im Fokus von Ermittlern überall auf der Welt.

Mt. Gox kommt den Behörden nun entgegen und verbietet den eigenen Nutzern die Anonymität beim Online-Handel. "Der Bitcoin-Markt entwickelt sich weiter", heißt es in einer Mitteilung des Dienstes . Daher müssten sich auch die Regeln weiterentwickeln. Mt. Gox sei dafür verantwortlich "einen vertrauenswürdigen und legalen Handel" zu garantieren. "Das beinhaltet auch, dass wir mit strikten Anti-Geldwäsche-Regeln arbeiten und andere böswillige Vorgänge verhindern."

Mt. Gox war scohn vor einigen Wochen ins Visier von US-Behörden geraten. Das Financial Crimes Enforcement Network (Fincen) des US-Finanzministeriums hatte in neu herausgegebenen Richtlinien betont , dass auch virtuelle Währungen sich an die Auflagen zur Bekämfpung von Geldwäsche und ähnlichen Delikten halten müssten. Dazu gehört, dass sich "Gelddienstleister" beim Fincen registrieren müssen. Ein von Mt. Gox in Anspruch genommener Zwischenhändler in den USA hatte das jedoch versäumt. Dieser Zwischenhändler namens Mutum Sigillum ist nicht unabhängig - er gehört laut "Forbes" dem Geschäftsführer von Mt. Gox, Mark Karpeles. Die Sicherheitsbehörde Homeland Security Investigations (HSI) beschlagnahmte Konten bei den Zahlungsabwicklern Dwolla und Wells Fargo, wie "Forbes" und "Ars Technica berichteten .

Da die Bitcoin-Überweisungen dezentral auf den Rechnern der Mitglieder verteilt sind, haben es die Ermittler schwer, die Transaktionen der Währung nachzuvollziehen. Allerdings lässt sich im Gegensatz zu Liberty Reserve die Herkunft von Bitcoin-Transaktionen nur über fremde Dienste verschleiern. Die Bitcoin-Zahlungsvorgänge werden zwar durch ein kryptografisches Verfahren verschlüsselt, der Weg der Online-Währung lässt sich aber immer zum Absender zurückverfolgen, wenn keine zusätzlichen Mechanismen verwendet werden.

Nach Angaben des Portals Bitcoincharts  ist Mt. Gox die Größte unter den Handelsbörsen. Weit mehr als die Hälfte aller Bitcoin-Transaktionen werden demnach dort durchgeführt. Für alle Mitglieder, die ihren Account noch nicht verifiziert haben, ist der Tauschhandel derzeit gestoppt. Mt. Gox ruft die Mitglieder dazu auf, sich möglichst bald zu registrieren, und verspricht, die meisten Anfragen innerhalb von 24 bis 28 Stunden zu bearbeiten.

jbr
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