Dorian Nakamoto Angeblicher Bitcoin-Erfinder verklagt "Newsweek"

Im März berichtete das US-Magazin "Newsweek", es habe den Erfinder von Bitcoin enttarnt. Der Betroffene dementierte allerdings, mit der Kryptowährung zu tun zu haben. Jetzt will er "Newsweek" verklagen - und sammelt dafür auch Bitcoin.

"Newsweek"-Titelgeschichte aus dem März: Angeblich den Bitcoin-Gründer demaskiert

"Newsweek"-Titelgeschichte aus dem März: Angeblich den Bitcoin-Gründer demaskiert


Dorian Satoshi Nakamoto plant offenbar, juristisch gegen "Newsweek" vorzugehen. Das US-Magazin hatte ihn in einer Titelgeschichte als Gründer von Bitcoin dargestellt. Nakamoto dagegen sagt, er habe nichts mit der Kryptowährung zu tun. Nakamoto, nach eigenen Angaben ein 65-jähriger arbeitsloser Kalifornier, hat jetzt eine Website namens "Newsweek Lied" - "Newsweek hat gelogen" - ins Netz gestellt, mit der er um Spenden per Bitcoin oder Kreditkarte wirbt.

Das Geld will Nakamoto für eine Klage gegen "Newsweek" einsetzen. In den vergangenen Monaten soll die Bitcoin-Community Nakamoto bereits mit 23.000 Dollar an Spenden unterstützt haben.

Auf der Website heißt es, das Magazin habe den Artikel trotz großer Kritik nicht zurückgezogen, auch habe es sich nicht bei Nakamoto oder seiner Familie entschuldigt. Im Artikel seien Zitate von Nakamoto und seinen Familienmitgliedern anders wiedergegeben oder sogar erfunden worden.

"Bestreite den Bericht ohne jede Einschränkung"

Der "Newsweek"-Artikel, um den sich der Streit dreht, war im März erschienen. Im Text hieß es, Reporterin Leah McGrath Goodman habe einen Mann namens Dorian Satoshi Nakamoto vor seinem Haus in Kalifornien ertappt. Als sie ihn mit dem Thema Bitcoin-Gründung konfrontiert habe, seien seine Antworten "vorsichtig, aber enthüllend" gewesen. Das Magazin hatte sich nach der Kritik hinter seine Reporterin gestellt.

Dorian Satoshi Nakamoto reagierte seinerzeit umgehend auf den Bericht und schaltete einen Anwalt ein. In einer Stellungnahme schrieb er: "Ich habe Bitcoin nicht geschaffen, erfunden oder auf andere Weise daran mitgearbeitet. Ich bestreite den 'Newsweek'-Bericht ohne jede Einschränkung." Den Begriff Bitcoin habe er zum ersten Mal von seinem Sohn gehört - im Februar 2014.

"Newsweek" hatte den Mann als mathematisches Genie beschrieben, er selbst erklärte nach Veröffentlichung des Textes, er habe "seit zehn Jahren keine feste Anstellung als Ingenieur oder Programmierer finden können". 2013 habe er aufgrund finanzieller Schwierigkeiten sogar seinen Internetanschluss gekündigt. Der "Newsweek"-Bericht habe ihm und seiner Familie viel Ungemach bereitet und "meine Aussichten auf eine bezahlte Anstellung geschädigt".

Der Name Satoshi Nakamoto, der auch ein Pseudonym sein könnte, steht im Zusammenhang mit Bitcoin, weil er in einem technischen Grundlagenpapier auftaucht, auf dem das Währungssystem basiert.

mbö

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