Messungen zur Internetgeschwindigkeit Nur wenige Anschlüsse liefern volles Tempo

Mal geht es um 50 Mbit/s, mal um 500: Laut Bundesnetzagentur können viele Menschen nur davon träumen, mit der in ihren Verträgen versprochenen maximalen Bandbreite zu surfen.
Leerrohr für das spätere Einziehen von Lichtleiterkabeln: Viele Breitbandanschlüsse liefern weniger Tempo, als vereinbart

Leerrohr für das spätere Einziehen von Lichtleiterkabeln: Viele Breitbandanschlüsse liefern weniger Tempo, als vereinbart

Foto: Jens Büttner/ DPA

Nach dem Abschluss eines Internetvertrags können viele Menschen in Deutschland weiterhin nur selten die vertraglich für ihren Anschluss festgelegten maximalen Geschwindigkeiten nutzen. Das legt der jährliche Bericht zur Breitbandmessung  der Bundesnetzagentur nahe.

Untersucht wurden dabei unter anderem die stationären Breitbandanschlüsse: In diesem Bereich erreichten laut Bundesnetzagentur 70,1 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. In der vorangegangenen Messperiode hatte dieser Wert bei 71,3 Prozent gelegen.

Wirklich zufrieden sein können aber nur 16,4 Prozent der Nutzer: Sie hätten die mit dem Anbieter vereinbarte Maximalgeschwindigkeit oder mehr erhalten, berichtet die Behörde. Hier lag der vorherige Wert bei 12 Prozent.

Im Mobilfunk hakt es besonders

Im Mobilfunk wurden die maximalen Datenübertragungsraten dem Bericht zufolge noch deutlich seltener erreicht. Nutzer seien gerade einmal bei 14,9 Prozent der Messungen auf mehr als die Hälfte der vereinbarten Maximalgeschwindigkeit gekommen, heißt es. Das maximale Tempo oder mehr als vereinbart sei nur bei 1,5 Prozent der Messungen festgestellt worden.

Datenbasis für den Bericht sind rund 830.000 Messungen für stationäre Breitbandanschlüsse und etwa 528.000 Messungen für mobile Breitbandanschlüsse im Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019. Der Präsident der Netzagentur, Jochen Homann, sieht mit Blick auf die Ergebnisse "nach wie vor Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern".

Aussagen zur Versorgungssituation und Verfügbarkeit von Breitband-Internetzugängen in Deutschland ließen sich anhand des Berichts nicht treffen, betont die Bundesnetzagentur. Es sei lediglich geprüft worden, ob Anbieter ihren Kunden die vertraglich zugesicherte Bandbreite lieferten.

mbö/dpa
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