Internetausbau in Deutschland Netzagentur will Streit um Vectoring-Technik beenden

Die Deutschen sollen schneller ins Internet kommen - nur wie? Die Bundesnetzagentur hat neue Pläne für den Ausbau des Internets präsentiert und will so die Auseinandersetzung um die Vectoring-Technik beilegen.
Telekom-Zentrale (Archivbild)

Telekom-Zentrale (Archivbild)

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Im Streit um den Ausbau des schnellen Internets ist die Bundesnetzagentur den Wettbewerbern der Deutschen Telekom entgegengekommen. In ihrem abgeänderten Entscheidungsentwurf über die sogenannte Vectoring-Technik, die sie der EU-Kommission vorlegte, räumte sie den Unternehmen mehr Ausbaurechte im Nahbereich ein. Wem ein Ausbaugebiet zufällt, muss sich verpflichten, schnelles Internet an diesem Knotenpunkt einzurichten.

Aufgehoben wurde auch die Regelung, nur einem nachfragenden Unternehmen ein Vorleistungsprodukt an diesen Punkten zu erlauben. Von diesen grauen Kästen aus, auch Kabelverzweiger genannt, läuft das Kupferkabelnetz der Telekom auf den letzten Metern zum Endkunden. Darüber hinaus setzte die Aufsichtsbehörde Anreize zum Ausbau von Glasfaserleitungen.

Die EU-Kommission hatte zuvor eine vertiefte Prüfung der deutschen Pläne eingeleitet. Der Kommissar für Digitale Wirtschaft, Günter Oettinger, begrüßte jetzt die Vorlage: Wenn die Kritikpunkte der EU-ausgeräumt würden, "schaffen wir die Quadratur des Kreises", so der CDU-Politiker.

Streit ums Vectoring

Weniger erfreut äußerte sich die Telekom: Die Wettbewerber könnten nun noch mehr Nahbereiche exklusiv ausbauen und bekämen mehr Möglichkeiten, die Infrastruktur der Telekom zu benutzen, sagte ein Firmensprecher.

Doch auch die Telekom-Konkurrenz ist nicht zufrieden, sondern "empört" über das Vorgehen der Bundesnetzagentur. Der Entwurf sei an die EU-Kommission weitergereicht worden, ohne die Marktteilnehmer anzuhören, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Verband VATM, Breko und Buglas. Im Ergebnis bleibe er ein "weitgehendes Infrastruktur-Monopol für die Deutsche Telekom".

fab/dpa
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