Cyberattacke Bundestags-Angreifer haben Daten kopiert

Bislang war nur klar, dass es eine Attacke gab, nun steht fest: Beim Cyberangriff auf das Netzwerk des Bundestags sind tatsächlich Daten abgeflossen.
Deutscher Bundestag: Rechner geknackt, Daten kopiert

Deutscher Bundestag: Rechner geknackt, Daten kopiert

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Bei dem groß angelegten Hackerangriff auf das Netzwerk des Deutschen Bundestags sind offenbar auch Daten kopiert und abtransportiert worden. Das bestätigte eine Sprecherin der Bundestagsverwaltung am Donnerstag auf Anfrage des SPIEGEL. Es seien "zwischenzeitlich vereinzelte Datenabflüsse festgestellt worden", so die Sprecherin, die betroffenen Büros seien "informiert, und Gegenmaßnahmen sind ergriffen worden". Darüber hinaus lägen der Bundestagsverwaltung "keine neuen Erkenntnisse vor".

Bei dem Angriff, der vor zwei Wochen bekannt geworden war, wurde das Netz des Parlaments offenbar auf tiefgreifende und schwer zu bekämpfende Weise infiltriert. Mitarbeiter der Bundestagsverwaltung und Fachleute vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bemühen sich derzeit, die ins Rechnernetz eingeschleusten Trojaner zu eliminieren, was sich aber offenbar schwierig gestaltet.

Vergangene Woche berichtete SPIEGEL ONLINE, dass die Ermittler aufgrund der Komplexität des Angriffs einen Geheimdienst hinter der Attacke vermuten. Die Abgeordneten waren am Donnerstag vergangener Woche in einem Rundschreiben über den Vorgang informiert worden. Damals hieß es noch, Datenabflüsse seien "bisher nicht nachweisbar". Zwar stünden die IT-Systeme des Bundestags derzeit "grundsätzlich zur Verfügung", neue Ergebnisse der Untersuchung könnten allerdings "die Notwendigkeit weiterer Gegenmaßnahmen ergeben".

srö/cis
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