Wegen Jazenjuk-Besuch Hacker legen Website der Bundeskanzlerin lahm

Die Website von Kanzlerin Angela Merkel und der Internetauftritt des Bundestags sind derzeit nicht erreichbar. Zu dem Angriff hat sich ein ukrainisches Hackerkollektiv bekannt.
Angela Merkel und der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk bei einem Treffen in Kiew: Website des Bundestags zeitweise lahmgelegt

Angela Merkel und der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk bei einem Treffen in Kiew: Website des Bundestags zeitweise lahmgelegt

Foto: Bernd Von Jutrczenka/ dpa

Die Internetseiten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (Bundeskanzlerin.de) und des Bundestags (Bundestag.de) sind am Mittwoch aufgrund eines Hackerangriffs zeitweise nicht mehr erreichbar gewesen. Auch das Internet-Angebot des Auswärtigen Amts war betroffen. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach von einem "schweren Angriff".

In einer öffentlichen Stellungnahme  bekannte sich die mutmaßlich ukrainische, prorussische Gruppe CyberBerkut zu der Attacke. Das Hackerkollektiv begründete die Attacke mit dem Besuch des ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk am Mittwoch in Berlin. Dieser wolle neue Gelder, um damit den Konflikt in der Ostukraine fortzusetzen. Deutschland dürfe keine politische und finanzielle Unterstützung leisten für ein "kriminelles Regime in Kiew", das einen blutigen Bürgerkrieg entfesselt habe, erklärte die Gruppe.

Die Gruppe CyberBerkut hat schon mehrfach mit ähnlichen Attacken auf sich aufmerksam gemacht. So hatte sie etwa im März 2014 die Webseite der Nato lahmgelegt - mithilfe einer DDoS-Attacke. Bei dieser Form des Angriffs werden Server mit massenhaften Anfragen geflutet und überlastet. Spezielle Hackerkenntnisse oder Wissen über Sicherheitslücken braucht es für so einen Überlastungsangriff nicht. Ein Beispiel für DDoS-Attacken sind die Angriffe auf die Spielenetzwerke Playstation Network (PSN) und Xbox Live rund um Weihnachten.

Die britische BBC hatte CyberBerkut im Dezember als eine von drei größeren Hackergruppen vorgestellt , die im Ukraine-Konflikt mitmischen. Ihrem Bericht zufolge handelt es sich um eine standhaft antiwestliche Gruppe, deren Rhetorik an die russischer Staatsmedien erinnert. Im November soll die Gruppe bei einem Kiew-Besuch von US-Vizepräsident Joe Biden diverse Websites der ukrainischen Regierung gehackt haben. Auf den Startseiten habe sie dann die Nachricht "Joseph Biden ist der Meister der 'Faschisten'" platziert. Die BBC berichtet, die Gruppe habe sich in den vergangenen Monaten auch mit anderen Publicity-Stunts und Hackerangriffen einen Namen gemacht.

mbö/juh/flo/dpa
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