Soldaten in sozialen Netzwerken So sollen sich Bundeswehrmitarbeiter im Netz verhalten

Als Soldat Facebook und Twitter nutzen? Gern, meint die Bundeswehr - aber so, dass es die Truppe in ein gutes Licht rückt. Ein Leitfaden gibt die Richtung vor und warnt vor Sicherheitsrisiken.

Die Bundeswehr auf der Spielemesse Gamescom: "Das Bild des Arbeitgebers Bundeswehr weiter verbessern"
Jochen Tack/ imago images

Die Bundeswehr auf der Spielemesse Gamescom: "Das Bild des Arbeitgebers Bundeswehr weiter verbessern"


Die Bundeswehr hat einen Leitfaden für das Verhalten ihrer Mitarbeiter in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Diese sollen auf Plattformen wie Facebook, Twitter oder TikTok demnach nichts posten, was "die militärische Sicherheit gefährden" oder sie und andere in Gefahr bringen könnte.

Außerdem sollten sich Vertreter der Bundeswehr anderen und ihrer eigenen Organisation gegenüber nicht abwertend verhalten, heißt es im Leitfaden. "Tragen Sie dazu bei, das Bild des Arbeitgebers Bundeswehr weiter zu verbessern und dessen Einbindung in die Gesellschaft zu fördern."

Bei kontroversen Diskussionen oder Postings sollten Bundeswehrangehörige Respekt und Wertschätzung sowie Zurückhaltung zeigen, wird geraten: Man solle sich "auch im Social Web" nicht dazu verleiten lassen, "unangemessen oder gar aggressiv zu handeln". Vor Postings soll man sich demnach Fragen stellen wie "Was, wenn das auf einer Titelseite landet?" und "Würde ich das vor 100 Leuten zu meinen Vorgesetzten oder meiner Dienststellenleitung sagen?"

Inhalte aus zweifelhaften Quellen sollten nicht gepostet oder geteilt werden, lautet ein weiterer Tipp. Gern gesehen sind derweil Verlinkungen auf offizielle Bundeswehrkanäle sowie "für die Öffentlichkeit geeignete und ansprechende Inhalte".

Vorsicht vor Standortdaten

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, wurde am Dienstag auf Twitter aktiv. In einem aktuellen Schreiben von ihm an Soldaten, Reservisten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr heißt es: "Ihnen allen muss klar sein, dass ein Beitrag im Netz nicht mehr verschwindet." Damit verweist Zorn auf die Gefahr, dass veröffentlichte Fotos Daten beinhalten könnten, über die sich möglicherweise Rückschlüsse auf den Standort militärischer Einrichtungen ziehen lassen - eine berechtigte Sorge.

Smartphones und Tablets seien heute standardmäßig mit GPS-Modulen ausgestattet, heißt es im Leitfaden weiter: "Bedenken Sie, dass diese Geräte unter Umständen die Koordinaten des Ortes sowie die Uhrzeiten der Aufnahmen speichern." Weiter wird in den Richtlinien betont, dass nicht jede als "offen" eingestufte Information öffentlich sei. Man solle beachten, dass man keine personenbezogenen Daten und Inhalte von Verschlusssachen aufnehme und poste.

In Kasernen würde zumeist ein Film- und Fotografierverbot gelten, hebt der Leitfaden hervor: "Schon ein Standort, ein Name, ein Kfz-Kennzeichen oder Zeitangaben können für Geheimdienste oder gegnerische Gruppierungen nützliche Informationen sein und die eigenen Kräfte sowie die Auftragserfüllung gefährden." Bilder und Informationen über Unfälle, Personenschäden und andere schwerwiegende Vorfälle gehörten nicht in private Accounts.

Die Schattenseiten einer Social-Media-Präsenz

Keine Einwände hat die Bundeswehr dagegen, dass ihre Vertreter ihre Funktionen öffentlich machen. Der eigene Name und "Dienstgrad bzw. Ihre Amtsbezeichnung" dürfe grundsätzlich im Netz gezeigt werden, schreibt sie - zu vermeiden sei aber der Eindruck, dass der private Account eines Bundeswehrangehörigen ein offizieller Bundeswehrkanal sei. Ebenso solle man sich als einzelne Person nicht wie ein Pressesprecher "im Namen der Bundeswehr" äußern.

Gewarnt wird außerdem, dass ein Social-Media-Auftritt für einen Soldaten unangenehme Folgen haben kann. Bundeswehrangehörige selbst, aber auch ihre Familien, Freunde und Bekannten könnten durch Präsenz im Netz zum Ziel von "Fake News", Betrugs- und Erpressungsversuchen, Phishing-Attacken oder Cybermobbing werden, heißt es. Ebenso seien Anbahnungsversuche von Nachrichtendiensten oder Extremisten denkbar.

Zum Thema Werbung - hiermit könnten etwa Produktplatzierungen auf Social-Media-Kanälen gemeint sein - heißt es übrigens, dass diese Bundeswehrangehörigen als Privatpersonen grundsätzlich erlaubt sei: "Voraussetzung ist, dass Sie das zusätzliche Einkommen als Nebenverdienst anmelden und keine Uniform tragen."

mbö/dpa



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