Aufklärung vor bundesweitem Warntag Warum alle Handynutzer in den nächsten Tagen eine Info-SMS bekommen

Im Dezember wird das neue Warnsystem Cell Broadcast getestet. Damit möglichst viele Menschen in Deutschland wissen, was es damit auf sich hat, wollen die Provider sie nun per Kurznachricht erreichen.
Handynutzer: Kurznachrichten der Provider sollen bald auf das neue Warnsystem hinweisen

Handynutzer: Kurznachrichten der Provider sollen bald auf das neue Warnsystem hinweisen

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Alle Handynutzer in Deutschland sollen in den nächsten Tagen per klassischer SMS Informationen über das neue Katastrophen-Warnsystem Cell Broadcast erhalten. Das teilten die Mobilfunkprovider Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica (O2) am Donnerstag mit . Der Anlass für die Massen-Benachrichtigung ist der bundesweite Warntag am 8. Dezember. An diesem Tag soll das neue Warnsystem gegen 11 Uhr erstmals in allen 294 Landkreisen und 107 kreisfreien Städten in Deutschland getestet werden.

Bei dem System werden Nachrichten wie Rundfunksignale an alle kompatiblen und empfangsbereiten Geräte geschickt, die in einer Zelle eingebucht sind – so erklärt sich der Name Cell Broadcast.

Die Cell-Broadcast-Nachrichten werden immer mal wieder als »Warn-SMS« bezeichnet, dabei sind sie – anders als die Vorabnachrichten der drei Provider – keine klassischen SMS.

Im Gegensatz zu anderen Warnsystemen wie Nina oder Katwarn muss man keine bestimmte App auf dem Handy haben, um per Cell Brodcast alarmiert zu werden. Man muss zum Lesen der Nachricht auch keine Mitteilungsapp öffnen, da der Warntext ohne Zusatzanwendung auf dem Bildschirm erscheint. Mit dem Eintreffen des Warntextes erklingt zudem ein Tonsignal – je nach Warnstufe sogar bei Handys im Lautlosmodus, wie Vodafone betont .

Das Handy muss eingeschaltet sein

Anlass für die Einführung von Cell Broadcast in Deutschland waren die heftigen Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021, bei denen es Dutzende Tote gab. Die Flutkatastrophe hatte gezeigt, dass die Warn-Apps und klassischen Sirenen nicht ausgereicht haben, um die Bevölkerung flächendeckend vor der Gefahr zu warnen. In anderen EU-Staaten ist Cell Broadcast bereits im Einsatz.

Nach dem Unglück im Ahrtal und anderen betroffenen Gegenden entzündete sich eine Diskussion, warum die Einführung von Cell Broadcast so viel Zeit in Anspruch nimmt. Allerdings hatte der Gesetzgeber den beteiligten Providern und Smartphone-Herstellern eine Frist bis zum Februar 2023 eingeräumt, um das Warnsystem technisch umzusetzen.

Damit die Menschen in Deutschland die Warnhinweise empfangen können, muss ein Handy oder Smartphone, das mit Cell Broadcast kompatibel ist, eingeschaltet und empfangsbereit sein.

Bei iPhones wird das Warnsystem mit allen Geräten ab dem iPhone 6s aufwärts kompatibel sein, sofern ihr Betriebssystem auf dem jeweils neuesten Stand ist. Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android sind von der Android-Version 11 an aufwärts kompatibel – was viele Menschen mit älteren Smartphones von den Alarmen ausschließen wird .

Je nach Gerät müssen die Cell-Broadcast-Alarme oder zumindest die zugehörigen Testalarme womöglich noch manuell aktiviert werden. Bei iPhones, die das System unterstützen, lässt sich der Empfang von Testwarnungen über den Menüpunkt »Mitteilungen« und die dortige Rubrik »Cell Broadcast Alerts« aktivieren . Auf Android-Geräten findet man die Option üblicherweise über ein Untermenü wie »Sicherheit und Notfall« im »Einstellungen«-Menü. Der Punkt zum Ein- und Ausschalten der Nachricht heißt dann zum Beispiel »Drahtlose Notfallwarnungen«  oder »Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte«.

mbö/dpa
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