Nach Suizidversuch Chelsea Manning droht Isolationshaft

Schon länger leidet Chelsea Manning unter Depressionen. Nach einem Suizidversuch muss die WikiLeaks-Informantin mit verschärften Haftbedingungen rechnen.

Chelsea Manning (Archiv)
AP Photo/U.S. Army

Chelsea Manning (Archiv)


Der US-Whistleblowerin Chelsea Manning drohen nach einem Suizidversuch verschärfte Sanktionen. Den Angaben ihrer Anwälte zufolge könnte sie auf unbestimmte Zeit in Isolationshaft kommen.

Die unter Depressionen leidende WikiLeaks-Informantin hatte am 4. Juli einen Suizidversuch unternommen. Nach einem 24-stündigen Krankenhausaufenthalt wurde sie wieder in das Militärgefängnis gebracht, in dem sie unter medizinischer Beobachtung steht. Nach Angaben der US-Menschenrechtsgruppe American Civil Liberties Union (ACLU) ermittelt jetzt die Armee gegen Manning.

Die als Bradley Manning geborene Soldatin war im Irak stationiert. 2013 wurde sie wegen Spionage und der Weitergabe von 700.000 Militärdokumenten an WikiLeaks zu 35 Jahren Haft verurteilt. Gegen das Urteil hat sie Berufung eingelegt.

Manning wird Widerstand gegen Beamte vorgeworfen

Nach ihrer Verurteilung wollte Manning unter dem Namen Chelsea als Frau leben. Im April 2014 genehmigte ein US-Gericht die Namensänderung. Im Februar vergangenen Jahres erlaubte die US-Armee ihr dann auch eine Hormonbehandlung zur Geschlechtsumwandlung.

Manning werden nach dem Suizidversuch unter anderem Widerstand gegen Beamte, der Besitz unerlaubter Gegenstände und bedrohliches Verhalten vorgeworfen.

"Während Chelsea an den schlimmsten Depressionen seit ihrer Verhaftung leidet, will die Regierung sie für diese Schmerzen auch noch bestrafen", kritisiert ACLU-Anwalt Chase Strangio das Verhalten der Behörden. Er nannte die jüngsten Disziplinarmaßnahmen unzumutbar.

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brt/Reuters

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