WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning soll Suizidversuch unternommen haben

Sie sitzt in einem für seine harschen Regeln berüchtigten Militärgefängnis. Jetzt soll die Whistleblowerin Chelsea Manning angeblich versucht haben, Suizid zu begehen.

Demonstranten protestieren für die Freilassung Mannings (Archiv)
REUTERS

Demonstranten protestieren für die Freilassung Mannings (Archiv)


Die WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning hat Medienberichten zufolge versucht, sich das Leben zu nehmen. Die US-Armee bestätigte lediglich einen kurzzeitigen Aufenthalt in einem Krankenhaus.

Der Sender CNN und das Portal "TMZ" berichten unter Berufung auf Mitarbeiter des Militärgefängnisses Fort Leavenworth und der US-Armee, Manning sei am Mittwoch in ein Krankenhaus gebracht worden.

Ein Armeesprecher sagte, dass Manning bereits wieder entlassen worden sei und seither beobachtet werde. Angaben zum Gesundheitszustand wollte das Militär unter Berufung auf die Schweigepflicht nicht machen. Laut "TMZ" soll Manning versucht haben, sich zu erhängen.

Mannings Anwälte nicht informiert

Mannings Anwälte reagierten verärgert darauf, dass sie von dem Krankenhausaufenthalt nur über die Medien erfahren haben. Auch Mannings Schwester Casey Major wurde nicht informiert. Die Anwälte verlangen sofortigen Kontakt zu Manning. In einem Berufungsverfahren wollen sie einen Freispruch für Manning oder eine Reduzierung des Strafmaßes auf zehn Jahre erreichen.

Chelsea Manning war als Soldat Bradley Manning im Irak und hatte während der Stationierung dort Hunderttausende Armeedokumente, Videos von US-Angriffen sowie Depeschen der US-Diplomatie von Militärrechnern heruntergeladen und der Enthüllungsplattform WikiLeaks zugespielt.

Nach eigenen Angaben wollte Manning eine öffentliche Debatte über die Kriege in Afghanistan und im Irak anstoßen. Im Mai 2010 wurde der damalige Obergefreite auf einem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen, im August 2013 wurde Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt. In dem Militärgefängnis sind ausschließlich Männer inhaftiert. Es ist für seine besonders harschen Regeln berüchtigt.

Nach der Verurteilung kündigte Manning an, sich ab sofort Chelsea zu nennen und als Frau leben zu wollen. Im April 2014 genehmigte ein US-Gericht die Namensänderung. Im Februar vergangenen Jahres erlaubte die US-Armee ihr dann auch eine Hormonbehandlung zur Geschlechtsumwandlung.

brt/dpa/AFP/AP

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