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17. Mai 2019, 04:08 Uhr

Nach einer Woche in Freiheit

Whistleblowerin Manning wieder in Haft

Erst vor einer Woche war Chelsea Manning aus der Beugehaft entlassen worden - nun ist die Whistleblowerin erneut im Gefängnis. Hintergrund ist ihre Weigerung, vor einer Grand Jury auszusagen.

Chelsea Manning ist am Donnerstag erneut inhaftiert worden. Sie sei wegen Missachtung des Gerichts in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher ihres Anwaltteams. Die Whistleblowerin hatte sich zuvor erneut geweigert, im Zusammenhang mit Militärdokumenten auszusagen, die sie an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben hatte.

Manning war Anfang März in Beugehaft genommen worden, weil sie sich weigerte, vor einer geheim tagenden Grand Jury eines Gerichts in Virginia auszusagen. Nach 62 Tagen in Haft war sie vor einer Woche freigekommen.

Ihr Anwaltsteam berichtete nun, Richter Anthony Trenga habe nun eine Geldstrafe von 500 Dollar (446 Euro) pro Tag gegen Manning verhängt, falls sie nicht binnen 30 Tagen aussage. Nach 60 Tagen solle sich die Strafe auf 1000 Dollar pro Tag erhöhen. Die "Washington Post" zitierte Manning mit dem Satz: "Ich würde lieber verhungern, als meine Meinung in dieser Hinsicht zu ändern."

Die Whistleblowerin hieß früher Bradley Manning und war als IT-Experte für das US-Militär tätig. 2013 war sie unter anderem wegen Spionage von einem Militärgericht zu 35 Jahren Haft verurteilt worden, da sie Tausende Dokumente zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben hatte. Verhaftet worden war Manning bereits 2010.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hatte ihre Strafe verkürzt, sodass Manning 2017 nach knapp sieben Jahren Gefängnis freigelassen wurde.

Die amerikanischen Grand Jurys sind umstritten. Sie sichten unter Ausschluss von Öffentlichkeit und öffentlicher Kontrolle von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Beweise für eine Anklage und können selbst Zeugen anhören. Auf dieser Grundlage entscheiden sie, ob eine Anklage zugelassen wird.

Ob die Gerichte, die eine Willkür des Staates ausschließen sollen, fair arbeiten, ist jedoch stark umstritten: Sie sind von Laien besetzt und gelten als nicht neutral - immer wieder wurden kontroverse Urteile gefällt.

aar/AFP/AP

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