SPIEGEL ONLINE

Überwachung aus der Luft China testet Tauben-Drohnen

Drohnen, die wie Vögel aussehen: China experimentiert einem Zeitungsbericht zufolge erfolgreich mit dieser neuen Technologie, die auch für militärische Zwecke genutzt werden könnte.

Sie sind nicht die Einzigen, die Roboter entwickeln, die wie Vögel wirken. Doch chinesische Forscher sind offenbar auf diesem Gebiet gerade recht erfolgreich. Wie die "South China Morning Post" berichtete  und wie animierte Bilder zeigen, haben sie Drohnen getestet, die wie Tauben aussehen und mit den Flügeln schlagen.

Dem Bericht zufolge hat ein Professor an der Northwestern Polytechnical University in Xian in der nordwestlichen Provinz Shaanxi die Drohnen mit einem Team entwickelt - und ist dafür auch bereits vom chinesischen Militär geehrt worden.

Wie beteiligte Forscher der Zeitung mitteilten, bewegten sich die Drohnen in der Luft fast lautlos und seien vom Boden aus schwer von echten Vögeln zu unterscheiden, zumal Letztere oft einfach neben ihnen herflögen.

Nach fast 2000 Testflügen seien die Drohnen nun einsatzbereit, auch wenn das Projekt noch keinen großen Umfang habe. Die Technologie könne im militärischen Bereich und in der Polizeiarbeit, etwa bei Grenzkontrollen, sowie im Katastrophenschutz oder in der Stadtplanung zur Anwendung kommen.

Die Drohnen wögen rund 200 Gramm, hätten eine Flügelspannweite von 50 Zentimetern und könnten maximal 30 Minuten mit bis zu 40 km/h fliegen, heißt es. Jedes Exemplar sei mit einer hochauflösenden Kamera, einer GPS-Antenne und weiteren Geräten für die Satellitenkommunikation ausgestattet. Sie könnten nicht einmal von sehr sensiblen Radarsystemen erkannt werden.

Auch die US-Armee, eine niederländische Firma und deutsche Entwickler hätten in den vergangenen Jahren mit Robotervögeln experimentiert, schreibt die "South China Morning Post". Doch so weit wie die Forscher aus Xian sei bisher niemand gekommen.

Perfekt ist die neue Technologie in dem Land, das seine Bürger in vielen Lebensbereichen überwacht und kontrolliert, allerdings offenbar noch nicht: Die Elektronik der Drohnen sei anfällig für elektromagnetische Störungen und im Tiefflug kollidierten sie schnell mit Hindernissen. Die nächste Generation der falschen Vögel solle deshalb mit künstlicher Intelligenz ausgestattet werden.

lov
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.