Rechtes Verschwörungsportal Facebook und Instagram sperren "Compact"-Magazin

"Compact" verbreitet seit Jahren Verschwörungstheorien und Rechtsaußen-Gedankengut. Nun haben Facebook und Instagram die Seiten der Zeitschrift offline genommen.
"Compact"-Chefredakteur Jürgen Elsässer: Größe im neurechten Diskurs

"Compact"-Chefredakteur Jürgen Elsässer: Größe im neurechten Diskurs

Foto: Sebastian Willnow/ DPA

Auf Facebook und Instagram sind die Seiten des rechten "Compact"-Magazins" nicht mehr abrufbar. Beide Netzwerke haben den Auftritt der Zeitschrift gesperrt. Auf den entsprechenden Accounts heißt es seit Freitagabend, Seite beziehungsweise Inhalt seien nicht verfügbar.

Eine Facebook-Sprecherin bestätigte WDR und NDR  den nicht angekündigten Schritt. "Wir verbieten Organisationen und Personen, unsere Dienste zu nutzen, wenn sie Menschen aufgrund von Merkmalen wie Herkunft, Geschlecht und Nationalität systematisch angreifen. Daher haben wir das 'Compact'-Magazin von Facebook und Instagram entfernt", sagte sie den beiden Sendern. Auch das Magazin selbst berichtete am Samstag von der Sperrung.

"Compact" ist für rechte Verschwörungstheorien bekannt und publiziert oft offen rechtsradikale Positionen. Chefredakteur Jürgen Elsässer bewirbt es gezielt im neurechten Milieu. In den vergangenen Tagen hatte das Magazin für die Proteste gegen die Corona-Politik in Berlin getrommelt.

Der Verfassungsschutz hatte "Compact" schon im März als rechtsextremen Verdachtsfall eingestuft. "Das Magazin bedient sich revisionistischer, verschwörungstheoretischer und fremdenfeindlicher Motive", sagte der Chef der Behörde, Thomas Haldenwang.

Laut WDR und NDR hatten mehr als 90.000 Menschen die Seite bei Facebook gelikt. Allerdings ist "Compact" auch auf anderen Plattformen aktiv. Die Videos von "Compact TV" erreichen auf YouTube oft fünf-, manchmal sechsstellige Abrufzahlen. 

Facebook beruft sich bei der Löschung auf sein eigenes Regelwerk. Man lösche die Seiten von Organisationen, wenn sie den Standards gegen Hatespeech zuwiderliefen, heißt es. Facebook steht seit Monaten unter massivem Druck. Extreme Posts, vor allem auch solche mit rechtsradikalem Inhalt, rufen auf der Plattform viele Interaktionen hervor und bekommen dadurch viel Aufmerksamkeit.

Zahlreiche Unternehmen weltweit hatten zuletzt angekündigt, keine Werbung mehr zu schalten, wenn Facebook nicht konsequenter gegen Hass im Netz vorgehe. Mit dem aktuellen Druck auf das Unternehmen habe die Löschung allerdings nichts zu tun, beteuerte die Facebook-Sprecherin laut NDR und WDR . Es handele sich um einen sehr langwierigen internen Prüfprozess.

slü/dpa
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