Cyberangriff auf US-Behörde Hacker erbeuten 5,6 Millionen Fingerabdrücke

Die Attacke auf die US-Bundespersonalbehörde OPM war schwerer als bisher bekannt: Neben persönlichen Daten von 21,5 Millionen Menschen kamen Hacker auch an die Fingerabdrücke von insgesamt 5,6 Millionen Beschäftigten.
OPM-Sitz in Washington: Hackerangriff war schlimmer als befürchtet

OPM-Sitz in Washington: Hackerangriff war schlimmer als befürchtet

Foto: © Gary Cameron / Reuters/ REUTERS

Bei der Cyberattacke auf die Personalverwaltung der US-Regierung sind nach neuen Schätzungen der Behörden deutlich mehr Fingerabdrücke gestohlen worden als zunächst angenommen. Statt der bisher vermuteten Zahl von 1,1 Millionen wurden rund 5,6 Millionen Fingerabdrücke erbeutet, wie das Office of Personnel Management (OPM) am Mittwoch mitteilte.

Die neuen Schätzungen gehen demnach auf eine genauere Untersuchung des Hackerangriffs durch die Ermittler zurück. Die Zahl der insgesamt Betroffenen sei mit rund 21,5 Millionen aber unverändert. Darunter sind aktuelle, ehemalige und potenzielle zukünftige Regierungsangestellte, zivile Auftragnehmer sowie deren Familien, Verwandte und Freunde.

Der Angriff auf die OPM war im Frühjahr entdeckt worden. Die Hacker verschafften sich unter anderem Zugang zu Adressen, Sozialversicherungsnummern, Telefon-, Geburts- und Gesundheitsdaten sowie Informationen zu Finanzen.

Die USA lasten China eine Reihe von Cyberattacken an und sind nach Angaben von Offiziellen auch überzeugt, dass Peking hinter dem Angriff auf die Personalverwaltung steckt. Allerdings hat die US-Regierung China bisher nicht direkt dafür verantwortlich gemacht.

Chinas Präsident Xi in den USA: Diebstahl durch Hacker sei nicht zu tolerieren

Chinas Präsident Xi in den USA: Diebstahl durch Hacker sei nicht zu tolerieren

Foto: JASON REDMOND/ REUTERS

Momentan ist Chinas Staatschef Xi Jinping in den USA zu Besuch. Präsident Barack Obama hatte im Vorfeld eine "robuste" Diskussion zum Thema Cyberkriminalität angekündigt. Xi ist laut eigener Aussage bereit zu einer Zusammenarbeit im Kampf gegen Hacker. Deren Taten seien nicht zu tolerieren.

Der Diebstahl der Fingerabdrücke ist laut "Washington Post " besonders gravierend, da sie - anders als etwa Passwörter - dauerhafte persönliche Merkmale sind. Vom OPM hieß es, "die Möglichkeiten des Missbrauchs von Fingerabdruckdaten sind begrenzt". Zugleich warnte die Behörde: Dies könne sich mit der Weiterentwicklung spezieller Techniken ändern.

aar/dpa/AFP
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