Fingerscanner beim iPhone 5S: "Nicht aus Bequemlichkeit biometrische Daten hinterlassen"
Foto: GLENN CHAPMAN/ AFPDer Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar warnt vor der Funktion der Fingerabdruck-Speicherung in Apples neuem iPhone 5S. "Biometrische Merkmale kann man nicht löschen. Sie begleiten uns das Leben lang. Fingerabdrücke sollte man daher nicht für alltägliche Authentifizierungsverfahren abgeben, insbesondere wenn sie in einer Datei gespeichert werden", sagte Caspar dem SPIEGEL.
Auch Apples Argument, die Fingerabdruck-Daten würden nur im Gerät gespeichert, hält Caspar nicht für durchschlagend. "Der normale Nutzer ist gegenwärtig kaum in der Lage zu kontrollieren, was Apps mit dem Handy machen, auf welche Daten des Geräts sie zugreifen, welche Informationen sie auslesen." Schon vor der Aufdeckung des NSA-Spähprogramms Prism sei es nicht ohne Risiko gewesen, technischen Vorkehrungen zu trauen.
"Außerdem gilt der Grundsatz der Datensparsamkeit. Wo es nicht sein muss, sollte man seine biometrischen Daten auch nicht hinterlassen. Schon gar nicht aus Bequemlichkeit", sagte Caspar dem SPIEGEL. Apple hatte bei der Präsentation des iPhone 5S angekündigt, Apps und Entwicklern zunächst keinen Zugriff auf die "Touch ID" genannte Funktion zu geben. Nur das Entsperren des Telefons und Einkäufe bei Apple sollen mit Fingerabdruck funktionieren.
Apple-Manager Phil Schiller hatte bei der Präsentation gesagt, die Hälfte der Nutzer würden keinen Sperrcode für ihr Smartphone nutzen. Das habe eine eigene Untersuchung gezeigt. Angesichts der auf dem Telefon gespeicherten Daten - E-Mails, Fotos, Kontakte - keine besonders gute Idee. Der IT-Sicherheitsexperte Bruce Schneier bezeichnete den Fingerscanner dann auch in seinem Blog als eine gute Balance zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit.
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Überzieher: Zum neuen iPhone 5C bietet Apple für 29 Euro gelochte Schutzhüllen in Kontrastfarben an.
Edel statt billig: Die Hülle des iPhone 5C besteht zwar aus Kunststoff, wirkt aber dennoch hochwertig.
Zeig mir deinen Finger: Der biometrische Sensor im iPhone 5S war im ersten kurzen Test leicht zu bedienen, die Erkennung lief schnell.
Vergleich: iPhone 5C und 5S bestehen aus unterschiedlichen Materialien, sind aber nahezu gleichdick.
Mechanik: Auch die Lautstärkewippe ist in den Kunststoff eingelassen, der Stummschalter ist das einzige Element, das etwas heraussticht.
Rundungen: Anders als iPhone 5 und 5S sind die Kanten des iPhone 5C leicht abgerundet. So liegt es angenehm in der Hand.
Druckvoll: Der Einschaltknopf des iPhone 5C ist direkt in den Kunststoff eingelassen.
Seitenansicht: Das iPhone 5C hat wie das Vorgängermodell iPhone 5 einen Steckplatz für Nano-Sims.
Nicht-Farbe: Das iPhone 5C gibt es auch in weiß, wenn man es lieber dezent mag.
Doppelbelichtung: Ein Journalist fotografiert mit seinem iPhone 5 das iPhone 5C.
Knallig: Die grüne Farbe gefiel uns auf Anhieb am besten.
Farbpalette: Beim iPhone 5C setzt Apple auf kräftige Farbkontraste. Schwarz und weiß wirken da schon fast deplatziert.
Neue Kamera: Die Funktionen des neuen iPhone-Fotoapparats sind per Software erweitert worden.
Zeig mir deinen Finger: Der biometrische Sensor im iPhone 5S war im ersten kurzen Test leicht zu bedienen, die Erkennung lief schnell.
Foto: SPIEGEL ONLINEMelden Sie sich an und diskutieren Sie mit
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