Weitere 4G-Funkfrequenz in Zügen Besserer Mobilfunk an deutschen Bahnlinien um zwei Jahre verschoben

Eigentlich sollten Reisende ab Mitte Dezember über eine neue, schnelle 4G-Funkfrequenz surfen können. Doch nun hat die Bundesnetzagentur den Start untersagt, weil es beim notwendigen Ausbau von Lokomotiven hapert.
ICE-Züge am Leipziger Hauptbahnhof: »Dann kommen wir nie raus aus dieser Schneckengeschwindigkeit«

ICE-Züge am Leipziger Hauptbahnhof: »Dann kommen wir nie raus aus dieser Schneckengeschwindigkeit«

Foto: Christophe Gateau / dpa

Fahrgäste der Bahn kommen vorerst nicht in den Genuss eines deutlich besseren Handyempfangs. Ursprünglich war geplant, mit dem Fahrplanwechsel im Dezember eine weitere 4G-Funkfrequenz entlang der Bahnlinien in Betrieb zu nehmen. Das wurde nun von der Bundesnetzagentur untersagt und auf Dezember 2024 verschoben.

Bislang ist diese Frequenz nicht dafür nutzbar, weil sie die Kommunikation der Lokführer und Fahrdienstleiter stören könnte. Deren sogenanntes GSM-R-Netz ist entlang der 30 000 Schienenkilometer aktiv. Um Störungen zu vermeiden, müsste an allen rund 15 000 in Deutschland verkehrenden Lokomotiven eine technische Veränderung vorgenommen werden. Das ist bislang nicht komplett gelungen.

Aus: DER SPIEGEL 49/2022

Aufstand gegen die Coronadiktatur

Mit einer rabiaten Null-Covid-Politik hat sich Peking in eine Sackgasse manövriert. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten fordern Protestierende in Chinas Städten offen den Rücktritt ihrer Regierung. Wie werden die Kommunistische Partei und ihr allmächtiger Anführer Xi Jinping darauf reagieren?

Lesen Sie unsere Titelgeschichte, weitere Hintergründe und Analysen im digitalen SPIEGEL.

Zur Ausgabe

Insbesondere kleinere private Bahnbetreiber sind damit im Verzug, auch einige wenige Züge der Deutschen Bahn harren noch der Umrüstung. »Diese Verschiebung geht nun zulasten der Mobilfunkkunden und einer entsprechenden Versorgung in den Zügen«, sagt ein Verantwortlicher eines großen deutschen Mobilfunkunternehmens. »Wir fordern eine deutlich schnellere Umsetzung.«

Fördergeld wäre vorhanden

Die Frist für den Umbau war bereits einmal verlängert worden. Am Geld kann die Technik kaum scheitern. Das Bundesverkehrsministerium von Volker Wissing (FDP) fördert sie zu 100 Prozent. »Das ist unhaltbar«, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek, »wenn wir sanktionslos immer die Fristen verlängern, dann kommen wir nie raus aus dieser Schneckengeschwindigkeit.«

Für Dirk Flege vom Interessenverband Allianz Pro Schiene ist die Entscheidung der Bundesnetzagentur kein Einzelfall. Die Behörde habe schon bei der Ausstrahlung des Mobilfunks an Autobahnen und Bahn­linien unterschiedliche Pflichten angelegt, zum Nachteil der Schiene.

Die Linken-Digitalexpertin Anke Domscheit-Berg kritisiert: »Die Schließung von Funklöchern muss endlich die höchste Priorität haben.« Aktuellen Studien zufolge sind die Funkverbindungen in den Zügen immer noch schlecht, die Abdeckung stimmt nicht mit den gesetzlich geforderten Standards überein.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels war die Frequenz-Problematik nicht korrekt dargestellt. Wir haben die Passage angepasst.

gt/rom
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.