Unerwünschter Ex-Präsident Twitter blockiert Konten für Umgehung von Trump-Sperre

Vom Schreibtisch von Donald Trump... direkt zu Twitter? Zahlreiche User haben Blog-Inhalte des gesperrten Ex-Präsidenten auf die Plattform geschaufelt. Doch nun schreitet das Unternehmen ein.
Gesperrtes Twitterkonto von Donald Trump (im Januar 2021)

Gesperrtes Twitterkonto von Donald Trump (im Januar 2021)

Foto: Joshua Roberts / REUTERS

Twitter war einst das wichtigste Tool des Donald Trump, um mit seinen Anhängern in Kontakt zu treten. Doch seit Monaten ist sein Konto gesperrt – und wird es laut Twitter absehbar auch bleiben. Zahlreiche seiner Fans versuchen es nun auf Umwegen, stoßen dabei aber auf Widerstand des Konzerns.

Die Online-Plattform Twitter hat mehrere Nutzerkonten wegen einer Umgehung der Sperre des Ex-US-Präsidenten blockiert. »Wir werden Maßnahmen gegen Konten ergreifen, deren offensichtliche Absicht es ist, mit einem gesperrten Konto verbundene Inhalte zu verbreiten«, sagte ein Sprecher des US-Unternehmens am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Die Konten hatten demnach Inhalte einer kurz zuvor von Trump veröffentlichten Webseite auf Twitter geteilt. Die Internetseite »straight from the desk of Donald J Trump« (direkt vom Schreibtisch von Donald J Trump) war kurz vor einer Entscheidung der Online-Plattform Facebook über die Fortsetzung einer Trump-Sperre am Mittwoch veröffentlicht worden.

Das unabhängige Aufsichtsgremium von Facebook hatte die Sperrung von Trumps Nutzerkonten bei der Online-Plattform und dem Tochterdienst Instagram vorübergehend bestätigt . Der Schritt sei nach der gewaltsamen Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar »gerechtfertigt« gewesen. Auch Twitter hatte Trump gesperrt.

Im März hatte ein Berater Trumps angekündigt, dieser würde »in zwei oder drei Monaten« mit einer eigenen Internet-Plattform in die Online-Medien zurückkehren. Trumps Plattform werde »das Spiel völlig neu definieren«. Allerdings hatte das fertige Produkt dann auch einigen Spott auf sich gezogen, nicht wenige fühlten sich an die Optik von Blogs längst vergangener Internet-Tage erinnert. Aber auch gewisse Anleihen bei Twitter lassen sich erkennen.

Die Frage war, wie Twitter und Facebook reagieren würden

Nach der Präsentation der Blog-Funktion war schnell klar geworden, dass diese den Trump-Fans die Möglichkeit gibt, dessen Äußerungen sozusagen über eine Hintertür zu Twitter und Facebook zu tragen. Denn sie können jeden Kurzbeitrag mit wenigen Klicks als Zitat und Link bei den Online-Plattformen teilen. Unklar war zunächst, ob die Dienste das zulassen würden. Dies hat Twitter nun klargemacht.

Nach der Verbannung von den Onlinediensten war Trump in den vergangenen Monaten darauf angewiesen, Stellungnahmen per E-Mail zu verschicken. Das hatte eher mäßig funktioniert. Schließlich war der Twitteraccount mit mehr als 80 Millionen Abonnenten davor sein mit Abstand wichtigster Kommunikationskanal gewesen

jok/AFP