Proteste in Minneapolis Twitter kennzeichnet Trump-Tweet als gewaltverherrlichend

Per Dekret legt sich Donald Trump gerade mit Social-Media-Firmen wie Twitter und Facebook an - währenddessen twittert er wie üblich weiter. Mit einem Post ging er aus Sicht von Twitter nun zu weit.
Trump und Twitter: Der Streit spitzt sich zu

Trump und Twitter: Der Streit spitzt sich zu

Foto: OLIVIER DOULIERY/ AFP

Noch während die politische Diskussion um zwei Faktencheck-Hinweise unter Trump-Tweets an Fahrt aufnimmt, hat Twitter einen weiteren Tweet des US-Präsidenten besonders gekennzeichnet, diesmal mit einem Warnhinweis. Der Streit des Social-Media-Dienstes mit Trump könnte sich dadurch weiter zuspitzen.

Eine Nachricht von Trump zu den Ausschreitungen in der Stadt Minneapolis nach dem Tod eines Afroamerikaners verherrliche Gewalt, teilte der Kurznachrichtendienst am Freitag mit. Deshalb sei der Beitrag mit einer entsprechenden Notiz versehen worden. Er bleibe aber zugänglich, weil dies im öffentlichen Interesse sei.

In einigen Ansichten sieht man statt des Tweets zunächst nur den Warnhinweis und muss sich erst zu dem Beitrag durchklicken. Trump hatte in dem Tweet am Freitagmorgen unter anderem von "Schlägertypen" gesprochen, die das Andenken des Opfers entehrten. Bei Problemen werde man die Kontrolle übernehmen, so Trump, dazu schrieb er: "Wenn das Plündern beginnt, beginnt das Schießen."

Der Tweet bleibt online

"Dieser Tweet verstößt gegen die Twitterregeln zur Gewaltverherrlichung", lautet der Warnhinweis, den Twitter nun zu dieser Nachricht einblendet. "Twitter hat jedoch beschlossen, dass möglicherweise ein öffentliches Interesse daran besteht, diesen Tweet zugänglich zu lassen."

Donald Trump hatte erst wenige Stunden vor der Nachricht zu Minneapolis eine Verfügung unterzeichnet, die Onlineplattformen wie Twitter weniger Spielraum lassen soll, gegen einzelne Inhalte und Nutzer vorzugehen.

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Auslöser war Trumps Empörung über Faktencheck-Hinweise unter zwei seiner Tweets - vor allem die Republikaner behaupten schon lange, die großen Social-Media-Plattformen würden konservative Stimmen unterdrücken. In den umstrittenen Nachrichten hatte Trump behauptet, dass Briefwahlen das Risiko von Fälschungen erhöhen.

Update, 16.30 Uhr: Die Trump-Nachricht, die Twitter als gewaltverherrlichend eingestuft hatte, ist am Freitag auch noch - mit Anführungszeichen als Zitat gekennzeichnet - auf dem Account des Weißen Hauses veröffentlicht worden . Mittlerweile hat Twitter auch hier den Hinweis aktiviert.

mbö/dpa
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