Geld für Spieleentwickler Dorothee Bär will die Games-Förderung retten

Staatsmillionen sollten die deutsche Spielebranche voranbringen. Im Entwurf für den Bundeshaushalt 2020 fehlt das Geld jedoch. Nach SPIEGEL-Informationen können Entwickler aber auf die Staatsministerin für Digitalisierung hoffen.
Dorothee Bär und Andreas Scheuer beim Deutschen Computerspielpreis: Was wurde aus den Förderplänen?

Dorothee Bär und Andreas Scheuer beim Deutschen Computerspielpreis: Was wurde aus den Förderplänen?

Foto: Gerald Matzka/ DPA

Es ist noch nicht lange her, da ließ sich Andreas Scheuer (CSU) als Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur von der deutschen Videospielbranche feiern. 50 Millionen Euro und in den Folgejahren jährlich jeweils etwas mehr hatte sich der Branchenverband game gewünscht: Und zunächst 50 Millionen Euro Fördergelder wurden vergangenen November auch auf den Weg gebracht. Bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises im April gab es dafür Applaus, denn der hiesigen Branche dürfte das Geld helfen, auch international mehr Akzente zu setzen.

Umso erstaunter war Deutschlands Entwicklerszene, als kürzlich der Entwurf für den Bundeshaushalt 2020 vorgestellt wurde: Für 2020 ist demnach kein Cent mehr für die Entwickler vorgesehen.

Die offenkundige Streichung der Mittel wurde vom Branchenverband game sogleich scharf kritisiert: Darunter würde die Planungssicherheit für Unternehmen leiden, hieß es. Und Carsten Fichtelmann, Geschäftsführer des Hamburger Entwicklers Daedalic, sprach gar von einer "Katastrophe biblischen Ausmaßes für die Spielebranche " und "digitalem Selbstmord".

Dorothee Bär will sich für die Fördergelder einsetzen

Die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), seit Jahren prominente Fürsprecherin der Branche, will die Finanzhilfen nun retten. Es sei "essenziell, dass die Fördergelder für das Jahr 2020 gesichert werden", sagte sie dem SPIEGEL. Die Förderung solle im parlamentarischen Verfahren nachträglich festgeschrieben werden.

"Die Games-Förderung ist eine wichtige investive Maßnahme, mit der wir Zukunft gestalten", sagte Bär. "So etwas muss Priorität haben, gerade im Vergleich zu lediglich konsumptiven Ausgaben." 50 Millionen Euro müssten 2020 demnach in jedem Fall zur Verfügung stehen, aber die Summe sei insgesamt noch "ausbaufähig". Es sei gut, "dass die Branche ihre Stimme so deutlich und stark erhoben hat", so Bär.

Warum die Mittel überhaupt aus dem Haushaltsentwurf gestrichen wurden, ließ das Verkehrsministerium offen. Auch Spekulationen, dass damit die Kosten der EuGH-Entscheidung gegen eine Pkw-Maut aufgefangen werden sollten, wollte es nicht kommentieren. Auf SPIEGEL-Nachfrage hieß es lediglich: "Derzeit befindet sich der Haushaltsplan 2020 noch im parlamentarischen Verfahren. Dieses bleibt abzuwarten."

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