Douglas Engelbart Erfinder der Computermaus ist tot

Was heute jeder täglich in der Hand bewegt, sah vor 50 Jahren noch wie eine Holzschachtel aus. Douglas Engelbart ist der Erfinder der PC-Maus. Jetzt ist der US-Amerikaner mit 88 Jahren gestorben.
Computermaus aus den Sechzigern: Ihr Erfinder ist tot

Computermaus aus den Sechzigern: Ihr Erfinder ist tot

Foto: A9999 Logitech/ dpa

San Francisco - IT-Legende Douglas Engelbart ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er gilt als Erfinder der Computermaus und brachte viele Entwicklungen auf den Weg, mit denen die Bedienung von Computern einfacher wurde.

Das Museum für Computergeschichte in Mountain View, Kalifornien teilte am Mittwochabend mit, dass es eine E-Mail von Engelbarts Tochter Cristina erhalten habe: Darin teile sie mit, dass ihr Vater gestorben sei. Er war bei schlechter Gesundheit und schlief friedlich ein, hieß es in der Nachricht der Tochter. Engelbart hinterlässt seine Frau und vier Kinder.

Seine Karriere erreichte schon früh ihren Höhepunkt, als Engelbart an einem Winternachmittag 1968 bei einer Präsentation so viele weitreichende Ideen vorstellte, dass sie noch lange danach als "Mutter aller Präsentationen" gehandelt wurde. Er zeigte das kastenartige Gebilde, den Vorgänger der Maus, das er "X-Y Positionsindikator für ein Bildschirmsystem" nannte. Auch die Idee eines Internetaufbaus und die erste Videokonferenz fielen in diese Präsentation.

Er bekam jedoch nie größere Einkünfte durch die Erfindung der Maus, die das Stanford Research Institute patentieren ließ, das später die Lizenz für 40.000 Dollar an Apple verkaufte. Das Unternehmen brachte die erste kommerzielle Maus mit seinem Lisa Computer 1983 heraus.

Engelbart hatte stark mit seinem Abgleiten in die Bedeutunglosigkeit zu kämpfen, als Technologiepioniere wie Steve Jobs und Bill Gates zu Milliardären wurden - auch und vor allem weil sie einige seiner frühen Ideen vermarkteten. 2005 sagte er dem Journalisten Tom Foremski, dass er die vergangenen beiden Jahrzehnte seines Lebens als Scheitern sieht, da er es nicht geschafft hatte, für seine Forschung Mittel zu beschaffen oder "jemanden zu einem Dialog zu bewegen".

Mit der Idee, ein Werkzeug außerhalb des Computers könne auf das Innere eines Computers wirken, war er seiner Zeit voraus. Und auch mit einer anderen Befürchtung: Er war schon damals besorgt, dass es durch Computer möglich werden könnte, Information zu manipulieren.

mia/AP
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