Zugriff auf Nutzerkonten Verlag DuMont gibt Datenpanne zu

Namen, Passwörter, Studienausweise: Die Daten tausender Zeitungskunden des DuMont-Verlags waren online einsehbar. Der Verlag nennt das eine "technische Panne". Die Polizei ermittelt.

DuMont-Verlagshaus
DPA

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Erst sprach der Verlag DuMont von einem Hackerangriff; nun hat der Konzern eingeräumt, dass er die Daten seiner Kunden nicht genug gesichert hat. "Aufgrund einer technischen Panne waren für einen kurzen Zeitraum Daten für Außenstehende sichtbar", teilte DuMont mit.

Das Wort "Hacker" nimmt DuMont nun nicht mehr in den Mund, spricht aber trotz des Eingeständnisses weiterhin davon, "offenbar Opfer eines Angriffs von außen geworden" geworden zu sein. Die Sicherheitslücke habe man nur durch eine gezielte Suche finden können, schreibt der Verlag. Sie sei mittlerweile geschlossen.

E-Paper-Abos betroffen

Am Wochenende hatten mehrere Journalisten und Blogger per Twitter einen Link zu einem DuMont-Server erhalten. Dieser erlaubte es, Namen, Passwörter und E-Mail-Adressen von rund 2000 Nutzern einzusehen. Auch Hunderte Studienbescheinigungen lagen auf dem Server.

Die Polizei ermittle wegen des Ausspähens von Daten, teilte DuMont weiter mit. Unbefugte hätten Daten zu E-Paper-Abonnements aus Köln, Berlin und Hamburg heruntergeladen.

In diesen Städten gibt DuMont unter anderem folgende Zeitungen heraus: den "Kölner Stadt-Anzeiger", die "Kölnische Rundschau", die "Berliner Zeitung" und die "Hamburger Morgenpost". Die Internetauftritte der Zeitungen waren nach dem Vorfall stundenlang nicht erreichbar.

Das Herunterladen und Weiterverbreiten der Daten könne strafbar sein, sagte ein DuMont-Sprecher. Das sei unabhängig davon, ob der Konzern selbst für die Sicherheitslücke verantwortlich sei.

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