Hulk Hogan und "Gawker" Silicon-Valley-Milliardäre streiten wegen Sex-Tape

Das Blog-Netzwerk "Gawker" hatte ein Sexvideo mit dem Ex-Wrestler Hulk Hogan gezeigt - und ist jetzt existenziell bedroht. Darüber ist ein Streit zwischen schwerreichen Silicon-Valley-Managern entbrannt.

Ebay-Gründer Pierre Omidyar (Archivbild von 2009)
REUTERS

Ebay-Gründer Pierre Omidyar (Archivbild von 2009)


Der Rechtsstreit um das Blog-Netzwerk "Gawker" entwickelt sich zu einem Kampf zwischen reichen Männern aus dem Silicon Valley. Ebay-Gründer Pierre Omidyar will Unterstützung aus der Medienbranche für "Gawker" zusammentrommeln. "Gawker" ist existenziell bedroht, weil eine seiner Publikationen Auszüge aus einem Sexvideo mit dem Ex-Wrestler Hulk Hogan veröffentlicht hat. Finanziell unterstützt wird Hogan - bürgerlicher Name: Gene Bollea - von Silicon-Valley-Milliardär Peter Thiel. Dem Paypal-Mitgründer wird ein Rachefeldzug gegen "Gawker" nachgesagt.

Thiel hat bestätigt, zehn Millionen Dollar in Hogans Verfahren gegen "Gawker" gesteckt zu haben. Auch weitere Klagen gegen "Gawker" soll der Milliardär unterstützen. Omidyar und Thiel dürften sich gut kennen: Als Ebay den Bezahldienst Paypal im Jahr 2002 aufkaufte, war Thiel der Chef von Paypal.

Omidyar will in dem Konflikt offenbar kein Geld einsetzen: Die Idee sei, dass sich andere Unternehmen in dem Rechtsstreit und in einem Berufungsverfahren mit Briefen an das Gericht wenden, sagte die Chefjuristin von Omidyars Firma First Look,Lynn Oberlander, der "New York Post". Zuletzt hatte unter anderem Apple auf diese Weise Unterstützer als "Freunde des Gerichts" zu Wort kommen lassen, als das Unternehmen mit dem FBI um das Entsperren von iPhones stritt.

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Gerichtsentscheidung: Gawker erleidet Schlappe im Streit mit Hulk Hogan

Hogan hatte wegen der Veröffentlichung von Fragmenten aus einem Sexvideo 140 Millionen Dollar von Geschworenen zugesprochen bekommen. Die Summe könnte "Gawker" aus dem Geschäft drängen oder zum Verkauf zwingen. Das "Gawker"-Blog "Valleywag" hatte 2007 von Thiels Homosexualität berichtet, was der augenscheinlich übel nahm. Thiel selbst hat "Valleywag" einmal als das "Silicon-Valley-Äquivalent zu al-Qaida" bezeichnet.

Der 48-jährige Omidyar wurde mit dem Börsengang von Ebay 1998 zum Milliardär. Er gründete die Medienfirma First Look nach den Enthüllungen von Edward Snowden über die ausufernde Überwachung durch amerikanische und britische Geheimdienste. Zu First Look gehört die Website "The Intercept", bei der Journalisten um Glenn Greenwald unter anderem die von Snowden mitgenommenen Papiere des US-Abhördienstes NSA auswerten.

cis/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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ZeroQ 30.05.2016
1. ...
Das man über ein Urteil anderer Meinung ist und darüber streitet ok. Dass man beim Einlegen der Revision unterstützt und hilft auch ok. Aber dass man dann Briefe ans Gericht schreiben will, hat für mich doch einen faden Beigeschmack. Hier wird versucht Einfluss auf das Gericht zu nehmen. Wenn man das möchte, soll man versuchen das Gericht mit seinen Anwälten zu "beeinfließen" und zwar mit guten Argumenten und einem guten Plädyor. Btw. Sind solche Briefe an das Gericht während einer laufenden Verhandlung überhaupt legal?
keksguru 30.05.2016
2. Skandale muß man sich leisten können
Außerdem sollte Journalismus eher oberhalb der Gürtellinie zielen, am besten noch oberhalb des Hemdkragens. Was Gawker da gemacht hat ist Schmierenjournalismus der billigsten Art, und wider jegliche Grundsätze für "anständigen" Journalismus. Denn auch Journalisten müssen stets bei der Wahrheit bleiben. Ist ein Magazin so verdorben wie Gawker dann wäre eine Auflösung bzw. Verkauf ohnehin die allerbeste Lösung. Oder man publiziert in einem Land wo ein Sextape allenfalls mal ne Million bringt, und jene z.B. in kirgisischen Som zu zahlen ist.
m.m.s. 30.05.2016
3. Privatleben
Ganz richtig so, das Sexprivatleben darf nicht veröffentlicht werden. Das ist ein "No Brainer" wie die Amerikaner sagen. Die Strafe darf gar nicht hart genug ausfallen. Die Milliardäre dürfen das Unternehmen gerne aufkaufen, keiner wird sich instrumentalisieren lassen für deren Zwecke. Das ist auch ein No Brainer.
hansfrans79 30.05.2016
4.
Zitat von m.m.s.Ganz richtig so, das Sexprivatleben darf nicht veröffentlicht werden. Das ist ein "No Brainer" wie die Amerikaner sagen. Die Strafe darf gar nicht hart genug ausfallen. Die Milliardäre dürfen das Unternehmen gerne aufkaufen, keiner wird sich instrumentalisieren lassen für deren Zwecke. Das ist auch ein No Brainer.
öhm, eigentlich bedeutet "No Brainer" so viel wie "ein Klacks" oder "etwas mit links erledigen",e ben etwas, wofür man sein Gehirn nicht anstrengen muss. https://en.wiktionary.org/wiki/no-brainer
m.m.s. 30.05.2016
5.
@hansfrans79. So hab' ich das auch verstanden, die Bedeutung. Danke.
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