US-Whistleblower Edward Snowden beantragt längeren Aufenthalt in Russland

Im April läuft die aktuelle Aufenthaltserlaubnis von Edward Snowden aus. Seinem Anwalt zufolge bereitet sich der Whistleblower aber darauf vor, in Russland zu bleiben - auch mangels Alternativen.
Ein Gesicht, das man in vielen Ländern kennt: 2019 veröffentlichte Edward Snowden sein Buch "Permanent Record"

Ein Gesicht, das man in vielen Ländern kennt: 2019 veröffentlichte Edward Snowden sein Buch "Permanent Record"

Foto: Jörg Carstensen/ DPA

Der US-Whistleblower Edward Snowden will seinen Aufenthalt in Russland nach Angaben seines Moskauer Anwalts verlängern. "Auf Bitten Edwards bereite ich die Dokumente für den Migrationsdienst des Innenministeriums vor", zitiert die Agentur Interfax Anatoli Kutscherena. Snowdens aktuelle Aufenthaltserlaubnis laufe im April aus. Sie war zuletzt 2017 um drei Jahre verlängert worden.

Edward Snowden hatte zwar den Wunsch nach Asyl in einem EU-Land wie Deutschland geäußert, ein entsprechendes Angebot ist aber offenbar ausgeblieben. In der "Welt"  hatte Snowden Deutschland und Frankreich im September vorgeworfen, bisher in seiner Sache nichts unternommen zu haben. "Ich sitze ja leider auch aufgrund der Untätigkeit westlicher Regierungen in Moskau fest", so der Whistleblower.

Snowden hatte 2013 Dokumente unter anderem zu Überwachungsprogrammen des US-Geheimdienstes NSA und seines britischen Gegenparts GCHQ an Journalisten gegeben. Auf der Flucht über Hongkong wollte er nach eigenen Angaben nach Ecuador, strandete aber am Moskauer Flughafen, nachdem die US-Regierung seinen Reisepass annulliert hatte. Snowden bekam Asyl in Russland.

"Seine Frau ist bei ihm"

"Bei ihm ist alles in Ordnung. Er arbeitet. Seine Frau ist bei ihm", sagte Kutscherena zur Frage nach Snowdens Befinden. Die Frage einer russischen Staatsbürgerschaft habe er aber mit ihm noch nicht besprochen. Wo genau sich Snowden derzeit aufhält, ist öffentlich nicht bekannt.

Snowden gab im vergangenen Jahr mehrere Interviews zur Veröffentlichung seiner Autobiografie "Permanent Record: Meine Geschichte". Darin betonte er, der Vorwurf, er habe die nationale Sicherheit der USA gefährdet, sei "in sich zusammengefallen".

Die US-Regierung wirft Snowden vor, er habe mehrere Geheimhaltungsvereinbarungen mit den Geheimdiensten CIA und NSA unterschrieben. Sie erhebt Anspruch auf die Erlöse aus dem Buch.

mbö/dpa