Noch dieses Semester Universität Rostock will Snowden zum Ehrendoktor machen

Anerkennung für Edward Snowden aus Deutschland: Die Philosophische Fakultät der Universität Rostock möchte dem NSA-Whistleblower einen Ehrendoktor verleihen.

Snowden (am Dienstag aus Moskau): "Ein Kolumbus des Digitalzeitalters"
REUTERS

Snowden (am Dienstag aus Moskau): "Ein Kolumbus des Digitalzeitalters"


Rostock - Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden soll Ehrendoktor der Universität Rostock werden. Die Philosophische Fakultät habe mit der notwendigen Dreiviertelmehrheit die Eröffnung eines entsprechenden Verfahrens beschlossen, teilte Dekan Hans-Jürgen von Wensierski am Mittwoch mit. Es sei seines Wissens in Deutschland das erste Mal, dass Snowden eine solche Ehrung erhalte.

Snowden hatte den NSA-Skandal ins Rollen gebracht, indem er geheime Unterlagen über die Arbeit des Nachrichtendienstes an Journalisten übergab. Damit habe er die Funktion eines klassischen Aufklärers erfüllt, erklärte der Dekan.

Aus formalen Gründen soll der Fakultätsrat im Mai aber noch einmal abstimmen. Sollte das Votum positiv ausfallen, müssten der Senat und der Rektor zustimmen. Es sei davon auszugehen, dass Snowden noch in diesem Semester Ehrendoktor der Universität werde, hieß es.

Die Prodekanin der Philosophischen Fakultät, Gesa Mackenthun, nannte Snowden einen "Kolumbus des Digitalzeitalters".

Universität Rostock: Gesa Mackenthun und Hans-Jürgen von Wensierski verkünden am Mittwoch den Ehrendoktor-Plan
DPA

Universität Rostock: Gesa Mackenthun und Hans-Jürgen von Wensierski verkünden am Mittwoch den Ehrendoktor-Plan

ore/dpa



insgesamt 18 Beiträge
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LarsLondon 10.04.2014
1. Laecherlich
Wie bitte? Das ist doch wirklich nur noch laecherlich. Ganz unabhaengig davon, ob man nun ein Fan Snowdens ist oder nicht, ist doch die reine Weitergabe von (geheimen) Informationen keine Leistung, die eine Ehrendoktorwuerde auch nur annaehernd rechtfertigen wuerde. Damit diskredititert sich die Universitaet Rostock meiner Meinung nach nur selbst.
thkarlau 10.04.2014
2. Völlig richtig
Zitat von LarsLondonWie bitte? Das ist doch wirklich nur noch laecherlich. Ganz unabhaengig davon, ob man nun ein Fan Snowdens ist oder nicht, ist doch die reine Weitergabe von (geheimen) Informationen keine Leistung, die eine Ehrendoktorwuerde auch nur annaehernd rechtfertigen wuerde. Damit diskredititert sich die Universitaet Rostock meiner Meinung nach nur selbst.
Bedenkt man aber, wer alles wofür die Ehrendoktorwürde erhalten hat, dann hat Snowden sie mehr als verdient. Schließlich haben wir ihm es zu verdanken, daß die abscheulichen Überwachungspraktiken der NSA öffentlich wurden, obwohl auch bei uns etliche Politiker dies lieber im Dunkel der Verschwiegenheit gelassen hätten. Snowden hat mit großem persönlichen Risiko weitaus mehr geleistet als viele dieser Gefälligkeitswürdenträger.
Haxo 10.04.2014
3.
Zitat von LarsLondonWie bitte? Das ist doch wirklich nur noch laecherlich. Ganz unabhaengig davon, ob man nun ein Fan Snowdens ist oder nicht, ist doch die reine Weitergabe von (geheimen) Informationen keine Leistung, die eine Ehrendoktorwuerde auch nur annaehernd rechtfertigen wuerde. Damit diskredititert sich die Universitaet Rostock meiner Meinung nach nur selbst.
Ja genau, keine Leistung. Er muss sich ja jetzt nur in Russland verstecken und wird wohl nie mehr in sein Heimatland zurückkehren können. Aber Sie sagen es, das war ja Pippifax was Snowden gemacht hat. Geht's noch?!? Außerdem sollte man mal bedenken wie viele Politiker schon die Ehrendoktorwürde an verschiedenen Unis erhalten haben. Bei einigen wäre die Frage nach ihrer Leistung tatsächlich angebracht.
Teddi 10.04.2014
4. Lächerlich ist das richtige Wort
Was derzeit alles mir Doktor-Titeln geschieht, macht das Wort Doktor zur Witzfigur. Kind in der Schule: "Ich will mal Doktor werden. Darum übe ich jetzt schon: Ich petze." Oder Titel-Anwärter: "Bevor ich meinen Titel mache, schließe ich aber eine Plagiart-Versicherung ab." Und Snowden hat sich selbst in Russland festgerammt. Er hätte seinen Weg auch mit legalen Mitteln beschreiten können. Aber das ist ja schon wieder das tote Pferd...
rolf.piper 10.04.2014
5. Abgesehen davon,
dass die Junge Welt ein wesentlich schöneres Bild Snowdens mit einem Artikel präsentiert hat, ist die Leistung Snowdons verglichen mit anderen vergebenen Doktortiteln dieser Auszeichnung würdig. Ohne Snowdon schliefen wir jetzt noch mit dem beruhigenden Gefühl, dass die Welt in Ordnung ist.
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