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16. Mai 2014, 11:52 Uhr

Widerstand zwecklos

Auch Firefox bekommt Video-Kopierschutz

Ein umstrittener neuer Standard sieht einen Kopierschutz für Multimedia im Web vor. Jetzt will auch Firefox die Technik unterstützen, obwohl damit das Prinzip der Offenheit verletzt wird.

San Francisco - Der Webbrowser Firefox wird künftig ebenfalls ein System zum Schutz von Streaming-Inhalten unterstützen. Das kündigte der Technikchef der Mozilla-Stiftung Andreas Gal in einem Blog-Eintrag an. Mozilla ist der letzte größere Browser-Hersteller, der den neuartigen Kopierschutz "Encrypted Media Extensions" (EME) einbaut.

Die Erweiterung für den Webstandard HTML5 wurde vom Netzgremium W3C definiert und soll Anwendern den Zugang zu kommerziellen Videodiensten wie Netflix, Hulu oder Amazon Video ermöglichen. Mehr als zehntausend Menschen hatten gegen diesen Schritt im vergangenen Jahr erfolglos protestiert.

Ganz freiwillig ist der Schritt der Mozilla-Stiftung aber nicht, denn das von Adobe programmierte Plug-in ist nicht quelloffen und verstößt damit gegen die Grundsätze von Open-Source-Software. Mozilla befürchtet jedoch, ohne ein EME-Plug-in gegen die Browser-Konkurrenz ins Hintertreffen zu geraten. Mozilla hätte es lieber gesehen, wenn die Anbieter sich von der Verknüpfung ihrer Inhalte mit einem bestimmten Gerät verabschiedet und Alternativen entwickelt hätten, erklärte Gal.

Inhalte müssen im Browser entschlüsselt werden

Während andere Browser die EME-Unterstützung teils direkt integriert haben oder ein im Betriebssystem installiertes Plug-in nutzen, will Mozilla die umstrittene Erweiterung mit den sogenannten Content Decryption Modules (CDM) in einer sogenannten Sandbox des Browsers isolieren. Damit läuft das Plug-in in einer geschlossenen Umgebung und soll damit auch die Sicherheit des darunterliegenden Systems garantieren.

Vor allem das Plug-in Flash Player von Adobe machte in den vergangenen Jahren wegen zahlreicher Sicherheitslücken von sich reden. Das EME-Plug-in will Mozilla unterstützen, da Adobe Verträge mit den großen Videodiensten habe, sagte Gal. Die Isolierung soll verhindern, dass die Software Informationen über das System eines Anwenders erhält.

Der ehemalige Mozilla-Chef Brendan Eich hatte bereits Ende 2013 die Pläne des W3C zur Standardisierung der Encrypted Media Extensions in HTML5 kritisiert. Der Erfolg von Videodiensten habe jedoch gezeigt, dass auch Mozillas Firefox die Technik im Interesse der Anwender anbieten müsse.

ore/dpa

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