Equifax-Hack USA klagen vier chinesische Militärangehörige an

Das Justizministerium macht vier Chinesen für eine Attacke auf den Finanzdienstleister Equifax verantwortlich. Erbeutet wurden dabei sensible Daten bis hin zur Sozialversicherungsnummer von Millionen US-Bürgern.
Equifax-Büro in Atlanta: Zum Ziel von Hackern geworden

Equifax-Büro in Atlanta: Zum Ziel von Hackern geworden

Foto: TAMI CHAPPELL/ REUTERS

Die vielleicht beeindruckendsten Zahlen in der Anklageschrift  des US-Justizministeriums gegen Wu Zhiyong, Wang Qian, Xu Kei und Liu Lei sind nicht die "ungefähr 145 Millionen US-Bürger", deren Daten die vier Chinesen abgegriffen haben sollen. Es sind vielmehr die "ungefähr 34 Server in fast 20 Ländern", über die die Verdächtigen diese Daten umgeleitet haben sollen, um ihre Spuren zu verwischen. Der Equifax-Hack war eine groß angelegte Aktion, das ist die Botschaft hinter diesen Zahlen.

Zwischen Mitte Mai und Juli 2017 sollen die vier Angeklagten in die Systeme der Wirtschaftsauskunftei eingebrochen sein, um Daten und Geschäftsgeheimnisse zu stehlen, insbesondere zum Datenbank-Aufbau des US-Unternehmens.

Nicht nur das schiere Ausmaß des Hacks brachte Equifax in Bedrängnis. Betroffen war praktisch jeder zweite US-Amerikaner, die Täter bekamen Zugriff auf Namen, Anschriften, Sozialversicherungs-, Führerschein- und sogar Kreditkartennummern. Auch die Tatsache, dass Equifax die Betroffenen erst im September 2017 informierte, sorgte für großen Unmut. Der damalige Firmenchef Richard Smith trat daraufhin zurück.

Eine Auslieferung ist höchst unwahrscheinlich

Laut der Handels- und Verbraucherschutzbehörde FTC hatte Equifax es zudem versäumt, grundlegende Maßnahmen zu ergreifen, die den Vorfall hätten verhindern können. Das Unternehmen verpflichtete sich in einem Vergleich mit der FTC auf eine Zahlung in Höhe von bis zu 700 Millionen Dollar.

Wu Zhiyong, Wang Qian, Xu Kei und Liu Lei sind laut Anklage allesamt Angehörige der chinesischen Volksbefreiungsarmee. US-Justizminister William Barr gab in einer Pressemitteilung bekannt: "Heute erinnern wir die chinesische Regierung daran, dass wir die Fähigkeiten haben, den Mantel der Anonymität im Internet zu beseitigen und jene Hacker zu finden, die Regierungen regelmäßig gegen uns einsetzen. Unglücklicherweise passt der Equifax-Hack in das Muster verstörender und inakzeptabler, staatlich unterstützter Computerangriffe durch China und seine Bürger."

Solange die vier Angeklagten in China bleiben, sind sie nur Verdächtige. Verurteilt werden müssten sie von einem US-Gericht, aber eine Auslieferung ist höchst unwahrscheinlich.

Das chinesische Außenministerium teilte nach Angaben von Reuters mit, Chinas Regierung und Militär würden keinen Diebstahl von Handelsgeheimnissen im Internet begehen oder sich daran beteiligen.

pbe