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10. April 2013, 11:52 Uhr

EU-Kartellverfahren

Google-Suche bevorzugt angeblich Google-Dienste

Wettbewerbshüter gegen Google-Gebaren: Insidern zufolge sieht die EU-Kommission die Bevorzugung von Google-Diensten in Suchtreffern kritisch und verlangt grundsätzliche Änderungen. Noch kann der US-Konzern mit freiwilligen Zugeständnissen Sanktionen zuvorkommen.

Hamburg - Die EU-Kommission ist beim Kartellverfahren gegen Google angeblich zur Auffassung gekommen, dass der US-Konzern bei Suchtreffern eigene Dienste bevorzugt, selbst wenn es relevantere Treffern von Konkurrenzangeboten gibt. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf EU-Beamte.

Die Kommission ist dem Bericht zufolge vor allem über die Gestaltung von Suchtreffern zu Spezialangeboten wie Landkarten, Börseninformationen und Wettern besorgt. Hier bevorzugt Google eigene Angebote, bei entsprechenden Anfragen blendet die Google-Suche an hervorgehobener Stelle Inhalte von Google-Diensten ein. Änderungen fordert die EU-Kommission angeblich auch bei der Kennzeichnung von bezahlten Suchtreffern - es sei für Nutzer nicht leicht genug, zwischen Anzeigen und echten Suchtreffern zu ihren Anfragen zu unterschieden.

Google muss in dieser Woche der EU-Kommission ein endgültiges Angebot unterbreiten, wie der Konzern durch Zugeständnisse Sorgen der Wettbewerbshüter ausräumen könnte. Wenn Googles freiwillige Konzessionen der Kommission genügen, könnte das Sanktionen abwenden. Sollten die Informationen der "Financial Times" stimmen, wird Google in Europa die Präsentation seiner Suchergebnisse substantiell ändern müssen.

EU-Kommissar fordert von Google "echte Wahlmöglichkeiten"

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hat mehrmals angedeutet, dass er Googles Gebrauch der Suchmaschine als Werbeinstrument für eigene Dienste kritisch sieht. Schon Anfang des Jahres sagte Almunia der "Financial Times", er fürchte, Google "missbrauche" die "dominante Stellung" seiner Suchmaschine und leite Nutzer "bevorzugt" zu eigenen Diensten um.

Am Dienstag sagte Almunia der "New York Times", die EU-Kommission könnte von Google zum Beispiel verlangen, dass bei bestimmten Suchtreffern klar die relevanten Dienste von Konkurrenten präsentiert werden. Es müsse eine "echte Wahl" geben.

US-Kartellbehörde FTC stellt Google-Untersuchung ein

Anfang des Jahres hatte die US-Kartellbehörde FTC eine Untersuchung von Googles Praktiken eingestellt. Die FTC kam zu der Erkenntnis, dass Google in Suchtreffern eigene Dienste prominent platziert. Warum Google das tut, wollte die FTC aber nicht weiter untersuchen. Begründung: "Wir sind der Ansicht, dass man Googles Platzierung eigener Inhalte als plausible Verbesserung der Gesamtqualität der Suchergebnisse sehen könnte."

lis

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