Witze statt Fortschritt Angela Merkels antidigitales Vermächtnis

Die von Deutschland vorangetriebene Urheberrechtsreform steht für ein Digitaldebakel der EU, meint Sascha Lobo. Im Podcast reagiert er auf Leserkommentare - und spricht mit einer Unterstützerin der Reform.

Angela Merkel auf der Cebit (Archivbild)
AP

Angela Merkel auf der Cebit (Archivbild)


Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #80 - Angela Merkels Digitalpolitik: Witze übers eigene Versagen

Über die geplante Urheberrechtsreform der EU wird dieser Tage heftig gestritten. Sascha Lobo nahm die Debatte in seiner Kolumne "Witze übers eigene Versagen" zum Anlass, um Angela Merkels Umgang mit Digitalthemen zu beleuchten. "Angela Merkel hinterlässt Deutschland als digitale Trümmerlandschaft der Infrastruktur und macht sich darüber auch noch lustig", konstatierte Lobo.

"Seit 2005 ist Merkel Kanzlerin, seit spätestens 2007 sind von ihren verschiedenen Bundesregierungen immer und immer wieder Versprechungen zur digitalen Infrastruktur gemacht und gebrochen worden", schrieb Lobo weiter, "und 2019 reißt Merkel einen Witz über ihr eigenes Versagen, unter dem andere leiden. Was für eine Unverschämtheit."

Sascha Lobo selbst hält eine Urheberrechtsreform grundsätzlich für notwendig, die aktuellen EU-Pläne jedoch sieht er als "Farce, die in Sachen Realitätsverleugnung mit der 'Flat-Earth'-Bewegung gleichzieht". Analog zum Brexit spricht Lobo von einem Dig-xit, einer "antidigitalen, antijungen Aggression der EU", die sich "als Schutz der Kreativen verkleidet".

In seinem Podcast geht Lobo auf Leserkommentare zu seiner Kolumne ein. Zu Wort kommt diesmal auch die Grünen-Politikerin Helga Trüpel, die zu den Unterstützern der Urheberrechtsreform zählt.

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insgesamt 16 Beiträge
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Nonvaio01 24.02.2019
1. ich hab deutschland vor 20 jahren verlassen
da gab es in den Niederlanden schon 5MB Breitband verbindungen ueber Kabel fernsehen. da war man in D noch mit ISDN am wurschteln. Erst wenn man im AUsland lebt merkt man wie weit hinten deutschland ist wenn es um digitales geht. Nicht nur beim Ausbau, sondern auch bei der nutzung. Ich vergleiche deutschland mit der Kirche im Mittelalter, die haben auch alles neue verteufelt, das gleich ist es mit IT in D. Internet brauchen nur assis fuer FB und Twitter und zum gamen, 3 MB pro haushalt reichen voellig. 4k Streaming muss man nicht haben...etc die liste von vorurteilen ist lang. Als ich eine Lehre gemacht hatte war der standard spruch....das machen wir seit 30 jahren so, warum sollten wir etwas aendern..... Dieser spruch ist der Tod einer zivilisation, mit solch einem denklen haengt man sich immer weiter ab, bis man als fuehrende Industrie nation, als nation von dichtern und denkern hinter Albanien landet. ich hab immer gesagt wenn man nur nach unten schaut und sich immer sagt wird sind nicht so schlecht...der wird irgendwann am ende landen, da der rest versucht besser zu werden, und das staendig. In D will man alles so lassen wie in den 80ern. Nach D ziehen kommt fuer mich nicht in frage, ich brauche mindesten 100MB leitungen zu hause.
Marut 24.02.2019
2. Vorrangig Profitinteressen
Sieht man sich in der Welt um, so kann man sehen, dass der Ausbau des Internets immer auch von den politischen Entscheidungen im jeweiligen Land abhängt. Deutschland hat das Problem, das die politischen Entscheidungen, die den Ausbau der Netze begleiten, nicht das Ziel haben, guten, stabilen und zeitgemäß schnelle Verbindungen für die Nutzer zu schaffen, sondern an erster Stelle eine Netzpolitik zu betreiben, die den großen Anbietern den größtmöglichen Profit zu garantieren. Netzpolitik wird in Deutschland eben nicht für Infrastruktur des Landes gemacht, sondern nur für die Aktienkurse einiger weniger Anbieter. Ich fahre jedes Jahr für ca. 3-4 Monate weg - muß in dieser Zeit aber auch unterwegs arbeiten und brauche dafür ein akzeptables Netz. Für diese Zeit könnte ich mir einen Auffenthalt in der Eifel oder in vielen anderen Gegenden Deutschlands nicht erlauben - der Besuch eines kleinen Dorfes auf dem Peloponnes bietet mir da dagegen hervorragende Bedingungen. #1 hat da völlig recht. Wenn man in D-Land nicht in einer der Metropolen wohnt, geht das gar nicht.
Onkel Drops 24.02.2019
3. 2019 das Jahr indem das Glasfasernet immer noch fehlt
und mitten in NRW wo man KARO(Kupfer Ader Richtung Ortsnetz) Kunde ist. der 6mbit Daten Feldweg vom Dorfe , alle lieben ihr Glaskabel Surrogatprodukt der Trödelkom. fahren sie dann bloß nicht in die ruhigen Ecken Rumäniens im Urlaub. top ausgebaut fest wie mobil. 3 mal CSU besetzt kam nix brauchbares bei rum. nur die Leitungsinhaber(nicht Endkunden) haben so schön die Kundschaft gemolken. es werden neue Gewerbeflächen 2005geplant 2010bebaut nächste Ort (380kbit DSL 1/3 Mbit bis letztes Jahr). betrifft nicht nur die Doofen 1500 Bürger , auch das nicht gedeihende Gewerbegebiet war teilweise ehr via 4g D2 mobil angebunden. dritte Welt Internet Anbindung in einem erste Welt Land wie hier, schämen ist zu wenig dafür.politischer Fachkräfte Mangel ... Netzwerkministerium gründen ohne CSU Leitung bitte ,dann klappt vielleicht auch das 5g ...
T. Wittlinger 24.02.2019
4. Chapeau, Sascha Lobo - zum Podcast!
Artikel 13 & Stochastik - ein weites Feld, für Helga Trüpel ein zu weites? Eigentlich keine Rabulistik in sozialer Mengenlehre betreiben zu wollen, ist es offensichtlich allerdings unvermeidbar, in Bezug auf den versteckten, technischen Aspekt im Artikel 13. Wer öffentlich seine Dyskalkulie unter Beweis stellt – wie auch >Crispin HuntAlec Muffett< https://threadreaderapp.com/thread/1097149658374291456.html Ich hoffe, dass diejenigen Entscheider die in ihrem Werdegang offensichtlich mit viel kognitiver Dissonanz zu: Laplace, Bayes und den Kolmogorow Axiomen unterwegs sind bzw. deren Fingerübungen in "STAT 1012 zu lange zurückliegen, sich einmal erklären lassen was "AI-Systeme" wirklich machen! Die didaktisch reduzierte, einfache Clip-Sprache sollte doch die IT-Welt der "spread sheet mathematics", der Computer Algebra Systeme (z.B. Python;-) als Einstieg zur "AI-Bewertung" zugänglich/verständlich machen - oder nicht? Im Anlehnung an >Das Prinzip Hoffnung (Ernst Bloch)< hoffe ich, das die Entscheider zum Artikel 13 noch die "desired learning objectives" in Stochastik/AI erreichen werden;-)
cvdheyden 24.02.2019
5. Helga
Die gute Frau Trüpel ist an Ihrer Grenze angekommen, ein gute Beispiel für das Peter-Prinzip. Das hat man bei dem Telefonat wirklich gemerkt.
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