Facebook-Ausschluss Trump ergreift Partei für rechte Hetzer

Nach der Sperrung einiger Konten von ultrarechten Hetzern pflegt US-Präsident Donald Trump deren Mythos als Opfer. Auf Twitter beschwert er sich über "unfaire Behandlung" und droht, die Entwicklung "sorgfältig zu beobachten".
US-Präsident Trump: Konservative haben es immer schwerer

US-Präsident Trump: Konservative haben es immer schwerer

Foto: Alex Brandon/AP

US-Präsident Donald Trump hatte schon immer ein Herz für Hardliner - zumindest wenn sie das rechte Milieu bedienten. Auch jetzt hat er sich wieder auf ihre Seite geschlagen. Auf Twitter holte er zum Rundumschlag gegen soziale Netzwerke aus, nachdem Facebook die Konten einiger Hetzer geschlossen hatte. Er werde die Zensur gegenüber einigen amerikanischen Bürgern vonseiten einzelner Plattformen genau verfolgen, droht er.

Der Tweet folgte wenige Tage, nachdem Facebook eine Reihe von ultrarechten Kommentatoren aus den USA und Großbritannien von seinen Seiten verbannt hatte, darunter den einflussreichen amerikanischen Radiomoderator Alex Jones, der die Website "Infowars" betreibt, und den britischen Provokateur Milo Yiannopoulos, der in der Vergangenheit für das Portal "Breitbart News" schrieb. Ebenfalls von dem Bann betroffen sind Louis Farrakhan, der Chef der Organisation "Nation of Islam" und der britische Verschwörungstheoretiker Paul Joseph Watson oder der Hollywoodschauspieler James Woods.

Kampf gegen manipulative Inhalte

Persönlichkeiten wie Woods und Watson würden von den Plattformen unfair behandelt, twitterte Trump. "Es wird immer schlimmer für Konservative in den sozialen Netzwerken."

Facebook hingegen teilte nur mit, das Unternehmen habe schon immer Individuen oder Organisationen verbannt, die Gewalt und Hass beförderten. Den Betroffenen würden ihre Seiten im Facebook-Netzwerk wie auch bei der Konzerntochter Instagram gelöscht.

Jones war zwar schon im vergangenen Jahr von Facebook wegen "Verherrlichung von Gewalt" und "entmenschlichender" Sprache gegenüber Muslimen, Migranten und Transgendern ausgesperrt worden, damals aber nur vorläufig und nicht in vollem Umfang.

Facebook und andere Onlinenetzwerke sehen sich seit dem US-Wahlkampf von 2016 und dem Brexit-Votum starkem Druck ausgesetzt, energischer gegen die Verbreitung falscher und manipulativer Inhalte auf ihren Seiten vorzugehen. Die Betreiber der großen Plattformen haben auch diverse entsprechende Schritte ergriffen. Vielen Kritikern gehen die Maßnahmen aber nicht weit genug.

mik/AP