SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

31. März 2019, 00:25 Uhr

Neue Vorschläge von Mark Zuckerberg

Facebook-Chef will internationale Regeln im Netz

Das größte Onlinenetzwerk hat schon so manchen Datenskandal hinter sich, auch aktuell gibt es Kritik an Facebook. Firmenchef Zuckerberg geht nun in die Offensive. Er fordert nicht weniger als eine globale Regulierung.

Mark Zuckerberg schlägt vor, eine weltweit schlagkräftige Regulierung des Internets aufzubauen. Der Gründer des größten Onlinenetzwerks - selbst wegen verschiedener Datenskandale in der Kritik - schrieb in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und die "Washington Post", staatliche Instanzen sollten mehr Funktionen im Netz übernehmen: "Wir brauchen eine aktivere Rolle von Regierungen und Regulierungsbehörden."

Diese Aktivitäten müsse man zudem stärker international koordinieren: "Weil Menschen zahlreiche unterschiedliche Dienste nutzen, alle mit eigenen Richtlinien und Prozessen, brauchen wir einen gemeinsamen Ansatz." Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) könnte dabei vorbildlich sein, meinte Zuckerberg. "Ich bin überzeugt, dass anstelle nationaler Regulierungen ein gemeinsamer globaler Rahmen notwendig ist, um eine Fragmentierung des Internets zu verhindern, damit Unternehmer nützliche Produkte entwickeln können und alle Menschen den gleichen Schutz erhalten."

Aber auch unabhängige Gremien könnten neue Standards festlegen, erklärte der Facebook-Gründer. Insgesamt müsse die Regulierung hier schärfer werden: "Wir müssen die Regeln für das Internet neu aufstellen, um das Gute zu bewahren."

Reaktion auf eigene Skandale

Ein besonders umstrittener Punkt war häufiger auch bei Facebook die Übertragung von Daten an andere Dienstleister - teils ohne das Wissen der Kunden. Nutzer sollten ihre Daten zu anderen Anbietern mitnehmen können, räumte Zuckerberg ein. Er betonte zugleich: "Hierzu bedarf es jedoch klarer Regeln, wer für den Schutz von Informationen verantwortlich ist." Auch solche Fragen müsse man einheitlich gestalten.

Facebook hat insbesondere seit der Affäre um die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica bei vielen Nutzern an Vertrauen eingebüßt. Entwickler einer Umfragen-App hatten Informationen von Dutzenden Millionen Facebook-Usern an das Unternehmen weitergegeben. Die Betroffenen erfuhren davon zunächst nichts. Auch die Verbreitung falscher Informationen sowie von "hate speech" ist eine Entwicklung, gegen die das Unternehmen ankämpft.

jap/dpa

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung