Neue Vorschläge von Mark Zuckerberg Facebook-Chef will internationale Regeln im Netz

Das größte Onlinenetzwerk hat schon so manchen Datenskandal hinter sich, auch aktuell gibt es Kritik an Facebook. Firmenchef Zuckerberg geht nun in die Offensive. Er fordert nicht weniger als eine globale Regulierung.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Gérard Julien/AFP

Facebook-Chef Mark Zuckerberg


Mark Zuckerberg schlägt vor, eine weltweit schlagkräftige Regulierung des Internets aufzubauen. Der Gründer des größten Onlinenetzwerks - selbst wegen verschiedener Datenskandale in der Kritik - schrieb in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und die "Washington Post", staatliche Instanzen sollten mehr Funktionen im Netz übernehmen: "Wir brauchen eine aktivere Rolle von Regierungen und Regulierungsbehörden."

Diese Aktivitäten müsse man zudem stärker international koordinieren: "Weil Menschen zahlreiche unterschiedliche Dienste nutzen, alle mit eigenen Richtlinien und Prozessen, brauchen wir einen gemeinsamen Ansatz." Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) könnte dabei vorbildlich sein, meinte Zuckerberg. "Ich bin überzeugt, dass anstelle nationaler Regulierungen ein gemeinsamer globaler Rahmen notwendig ist, um eine Fragmentierung des Internets zu verhindern, damit Unternehmer nützliche Produkte entwickeln können und alle Menschen den gleichen Schutz erhalten."

Aber auch unabhängige Gremien könnten neue Standards festlegen, erklärte der Facebook-Gründer. Insgesamt müsse die Regulierung hier schärfer werden: "Wir müssen die Regeln für das Internet neu aufstellen, um das Gute zu bewahren."

Reaktion auf eigene Skandale

Ein besonders umstrittener Punkt war häufiger auch bei Facebook die Übertragung von Daten an andere Dienstleister - teils ohne das Wissen der Kunden. Nutzer sollten ihre Daten zu anderen Anbietern mitnehmen können, räumte Zuckerberg ein. Er betonte zugleich: "Hierzu bedarf es jedoch klarer Regeln, wer für den Schutz von Informationen verantwortlich ist." Auch solche Fragen müsse man einheitlich gestalten.

Facebook hat insbesondere seit der Affäre um die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica bei vielen Nutzern an Vertrauen eingebüßt. Entwickler einer Umfragen-App hatten Informationen von Dutzenden Millionen Facebook-Usern an das Unternehmen weitergegeben. Die Betroffenen erfuhren davon zunächst nichts. Auch die Verbreitung falscher Informationen sowie von "hate speech" ist eine Entwicklung, gegen die das Unternehmen ankämpft.

jap/dpa

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insgesamt 18 Beiträge
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claus7447 31.03.2019
1. Ein bisschen Ablenkung Herr zuckerberg
Ja, wenn einem der eigene laden aus den Händen gleitet sucht man Schutz bei denen, die einen früher nicht interessiert haben. Jetzt soll es die Staatengemeinschaft richten. Sorry Mr Zuckerberg, SIE haben diese sozialen (oder unsozialen) Netzwerke eingerichtet. Sie sind auch verantwortlich, dass in diesen Regeln einbehalten werden. Und nachdem das Regelwerk dass SIE zu Grunde gelegt haben, Pech. Denn ihre regeln entsprachen nicht der gängigen und menschlichen Ethik. Dann müssen sie die Konsequenzen ziehen. Nicht unter irgendwrlche mäntelchen flüchten. Geld genug haben sie ja.
manni0815 31.03.2019
2. andere machen die Arbeit,
und Zuckerberg kassiert weiter ab. Wenn Youtube fuer die Rechte der Urheber aufkommen muss, dann ist es auch die Aufgabe von Facebook fuer Ordnung in seinen Netzen zu sorgen. Längst sollte Facebook fuer seinen Datenmissbrauch zur Kasse gebeten werden und zwar so, dass es wirkt. In Sachen Hetze dto. Wie so oft, wenn's ums große Geld geht wird das von unseren Politikern einfach ignoriert.
stelzerdd 31.03.2019
3. Der Wolf hat Kreide gefressen
Herr Zuckerberg sieht es kommen - das grenzenlose Internet mit seiner überhandnehmenden Maßlosigkeit, Kriminalität, Pornografie, Datenklau, Lügen und Sabotage ist am Ende. Und nun setzt er sich drauf: Seht her, ich bin der Gute. Mehr nicht.
olli47 31.03.2019
4. Wer...
...braucht eigentlich facebook und wozu?
vernetzt weiblich denken 31.03.2019
5. wonderbar
FB würgt sich selbst ab. Internationaler Standard? Das bringt Einspruchsrechte für jeden der will. 2,320.000.000 aktive Nutzer und Einspruchsoption für jeden, machen FB den Garaus. Denn um täglich 2.300.000.000 posts nachhaltig zu bereinigen, braucht FB 100.000de Helfer und Zuck zahlt sich blöde. Was lange steigt fällt länger.
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