Löschung von Seiten und Gruppen Facebook dreht QAnon-Verschwörern die Accounts ab

QAnon-Fans spinnen teils haarsträubende Verschwörungstheorien - nun will Facebook einschreiten. In dem sozialen Netzwerk und auch bei Instagram sollen alle entsprechenden Accounts gelöscht werden.
Anhänger der QAnon-Bewegung bei einer Trump-Veranstaltung im August

Anhänger der QAnon-Bewegung bei einer Trump-Veranstaltung im August

Foto: Matt Rourke / AP

Im US-Wahlkampf hat QAnon zuletzt an medialer Aufmerksamkeit gewonnen  - auch weil zahlreiche republikanische Politiker offen mit der Verschwörungstheorien-Bewegung liebäugeln. Jetzt verschärft Facebook sein Vorgehen. Künftig sollen alle Facebook-Seiten und -Gruppen sowie alle Instagram-Accounts gelöscht werden, die QAnon vertreten, wie das Onlinenetzwerk am Dienstag mitteilte.

Mitte August hatte Facebook zunächst nur angekündigt, gegen QAnon-Anhänger vorzugehen, wenn sie Gewalt androhen oder sich darüber unterhalten.

Die zentrale Behauptung der QAnon-Anhänger ist, dass es eine Verschwörung gegen US-Präsident Donald Trump in den tieferen Schichten des US-Regierungsapparats gebe. Außerdem behaupten sie oft, prominente Politiker der Demokratischen Partei in den USA ließen sich mit Hormonen behandeln, die aus dem Blut von Kindern gewonnen würden. Daran seien unter anderem die früheren Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama, der Milliardär George Soros sowie diverse Hollywoodstars beteiligt. Viele QAnon-Botschaften sind antisemitisch.

Auch Präsident Donald Trump hatte sich in der Vergangenheit nicht von den Verschwörungstheoretikern distanziert. Im Gegenteil: Ende August ließ er auf dezidierte Nachfrage die Chance auf eine Abgrenzung zu den gefährlichen Hirngespinsten der QAnon-Anhänger verstreichen. "Wie ich verstehe, mögen sie mich sehr, was ich zu schätzen weiß", sagte Trump damals. Er wisse zwar nicht viel über die Bewegung. Er habe aber gehört, dass sie an Popularität gewinne. Und: "Ich habe gehört, dass es Leute sind, die unser Land lieben."

Der Präsident kann kein Problem mit dem Content erkennen

Von einer Reporterin speziell darauf angesprochen, dass die QAnon-Anhänger glaubten, er rette die Welt "vor einem satanischen Kult aus Pädophilen und Kannibalen", sagte Trump: "Ich habe das nicht gehört. Aber soll das etwas Schlechtes sein oder etwas Gutes? Wenn ich helfen kann, die Welt vor Problemen zu retten, bin ich bereit dazu." Seine Regierung rette die Welt bereits vor "radikaler linker Philosophie".

In den USA und anderen Ländern hat in den vergangenen Monaten der Druck auf die Betreiber der großen Onlinenetzwerke stark zugenommen, gegen Hass- und Falschbotschaften vorzugehen. Die Unternehmen ergriffen eine Reihe von Maßnahmen gegen solche Inhalte. Auch Facebook, das sich sogar einem groß angelegten Anzeigenboykott ausgesetzt sieht, reagierte und kündigte eine Ausweitung seines Vorgehens gegen Hass und Hetze an.

jok/dpa
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