Drohende Ausweisung von Studierenden Facebook, Google und Microsoft unterstützen Klage gegen Trump-Regierung

19 Tech-Firmen und Verbände unterstützen die Klage zweier Eliteunis gegen die Polizeibehörde ICE. Die will ausländische Studenten des Landes verweisen, wenn sie nur noch per Onlinekurs lernen.
Eingang zur Harvard University in Cambridge

Eingang zur Harvard University in Cambridge

Foto: Charles Krupa/ AP

Am 6. Juli hatte die amerikanische Einwanderungspolizei ICE erklärt, dass ausländische Studierende, deren Hochschulen wegen der Corona-Pandemie im nächsten Semester ausschließlich Onlinekurse anbieten, die USA verlassen müssen. Schon jetzt werden vereinzelt Studierende, die zu Besuch in ihrer Heimat waren, nicht zurück in die USA gelassen, heißt es in einem Unterstützerbrief von Dutzenden Hochschulen an das Bundesgericht in Boston. Dort wird eine Klage der Harvarduniversität und des Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) gegen die ICE-Direktive verhandelt.

Auch aus der Tech-Branche kommt Unterstützung in Form eines Briefs. Facebook, Google, Twitter, Salesforce, Microsoft, die US-Handelskammer und andere haben ihn unterzeichnet, insgesamt sind es 19 Unternehmen und Verbände. Sie würden "substanziellen Schaden" nehmen, wenn die Direktive umgesetzt würde, schreiben sie darin Berichten zufolge .

Für die Eliteunis geht es um viel Geld aus den Studiengebühren von mehr als einer Million ausländischen Studierenden - und darum, zwischen einem überhasteten Wiederbeginn der Präsenzlehre trotz der Coronavirus-Pandemie oder der erzwungenen Ausreise ihrer ausländischen Studierenden wählen zu müssen .

Urteil könnte am Mittwoch fallen

Für die Unternehmen geht es darum, "Forschungsergebnisse zu produzieren, die US-Unternehmen zu Innovationsführern macht und einen starken Talente-Pool für zukünftige Arbeitgeber sicherzustellen", wie es dem Brief der Firmen heißt.

Unternehmen können ausländische Studenten bisher im Rahmen des Programms "Curricular Practical Training and Optional Practical Training" beschäftigen und sind darauf dem Schreiben nach auch angewiesen, weil zu wenige einheimische Studenten die notwendigen naturwissenschaftlichen Fächer belegen.

Auch Dutzende Bundesstaaten, Städte und Gemeinden protestieren gegen die ICE-Direktive, zum Teil in Form von eigenen Klagen.

Das Gericht in Boston hat für den heutigen Dienstag eine Anhörung angesetzt. Das Urteil über ein erzwungenes Aussetzen der ICE-Regel könnte am Mittwoch fallen.

pbe
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