Internet.org US-Bürgerrechtler kritisieren Facebook-Initiative

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will mit Internet.org Menschen in ärmeren Weltregionen Zugang zum Netz verschaffen. Doch längst regt sich Widerstand gegen das Projekt: Es biete keinen echten Internetzugang, kritisieren jetzt US-Bürgerrechtler.
Mark Zuckerberg bei einer Veranstaltung in Indien: Internet.org steht in der Kritik

Mark Zuckerberg bei einer Veranstaltung in Indien: Internet.org steht in der Kritik

Foto: Str/ dpa

Die Netzaktivisten der Electronic Frontier Foundation (EFF) haben das Projekt kritisiert, mit dem Facebook-Chef Mark Zuckerberg Millionen Handynutzern den Weg ins Internet ebnen will. Das Programm mit dem Namen Internet.org  biete keine echten Zugang zum Netz, heißt es in einer Stellungnahme der EFF. Am Montag hatten bei Facebook dutzende Organisationen per offenem Brief Bedenken gegenüber der Initiative geäußert .

Nutzer aus Entwicklungsländern können mit Internet.org kostenfrei eine Auswahl von Webseiten abrufen. Dazu zählt auch Facebooks soziales Netzwerk.

"Internet.org ist nicht neutral, nicht sicher und nicht das Internet", schreibt die EFF auf ihrer Website . Ein kostenfreier Internetzugang könne etwa mit einem begrenzten Freivolumen fürs Surfen geschaffen werden, mit dem Nutzer dann auf allen Webseiten gleichermaßen unterwegs sein können.

Auch in den Zielländern von Internet.org ist Mark Zuckerberg bereits auf Widerstand gestoßen. "Facebook ist nicht das Internet, und sollte es auch nicht sein", schrieben indische Netzaktivisten an den Unternehmer. Die Kritik war so heftig, dass Zuckerberg das Programm schließlich änderte. Mittlerweile können sich Webdienste aktiv für die Teilnahme an Internet.org bewerben .

Für die EFF ist Internet.org damit immer noch kein echter Netzzugang. Die Aktivisten bemängeln unter anderem, dass der Datenstrom der Nutzer zuerst durch Rechner von Internet.org fließt. Viele Billig-Handys könnten diese Anfragen nicht verschlüsselt schicken. So könnten Behörden die Daten mitlesen, warnt die EFF.

Die Bürgerrechtler fürchten, Facebook könnte zu einem Schrankenwärter für das Internet in Entwicklungsländer werden. Eine weitere Sorge ist die, dass Regierungen Druck auf das Unternehmen ausüben könnten, bestimmte Inhalte nicht kostenfrei anzubieten.

mbö/dpa
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