Facebook-Klage Holzhändler Ceglia verliert dritten Anwalt

Der New Yorker Paul Ceglia, der behauptet, im gehöre die Hälfte von Facebook, hat Schwierigkeiten. Zum dritten Mal in Folge legte einer seiner Anwälte sein Mandat nieder. Ceglia soll ihm verboten haben, Anweisungen des Gerichts zu befolgen.

Facebook: Streit um wertvolle Firmenanteile
AFP

Facebook: Streit um wertvolle Firmenanteile


New York - Paul Ceglia hat saftige Forderungen: Die Hälfte von Facebook gehöre ihm, behauptet Ceglia, weil er vor Jahren dem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg den Auftrag erteilt habe, eine solche Plattform zu entwickeln. Facebook bestreitet dies.

Am vergangenen Freitag hatte das Social-Networking-Unternehmen bei Gericht den Antrag gestellt, der Ceglia endlich dazu zwingen sollte, E-Mail-Konten und Passwörter herauszurücken, die als Beweismittel dienen sollen. Die gerichtliche Aufforderung an Ceglia, genau das zu tun, datiert schon vom 18. August. Ceglias Anwalt Jeffrey Lake erklärte zwischenzeitlich, sein Mandant habe ihm aufgetragen, die entsprechende Anordnung des Gerichts zu ignorieren: "Ich habe Herrn Ceglia darüber informiert, dass das Gericht ihn aufgefordert hatte, neben anderen Dingen die Kontoinformationen und Passwörter für alle E-Mail-Accounts zur Verfügung zu stellen, die er seit 2003 benutzt hat", erklärte Lake. "Herr Ceglia wies mich an, dieser Anordnung nicht zu folgen und das Thema beim Bezirksrichter Richard Arcara anzusprechen".

Facebook hatte daraufhin bei Gericht darauf hingewiesen, dass Lake möglicherweise seine anwaltlichen Pflichten verletzt haben könnte. Zwar sei es richtig gewesen, zu versuchen, Ceglia zur Übergabe der Accountdaten und Passwörter zu überreden. Doch Ceglias Weigerung öffentlich zu machen, stelle einen Bruch der Schweigepflicht dar: "Wenn es nicht gelingt, den Klienten zu überzeugen, seinen Kurs zu ändern, ist die korrekte Reaktion, sich zurückzuziehen", schrieben Facebooks Anwälte.

Genau das ist jetzt offenbar geschehen: Gerichtsakten zufolge hat Ceglia das Gericht um drei Wochen Aufschub gebeten, weil Jeffrey Lake sich von dem Fall zurückziehen will. Er sei dabei, sich einen neuen Anwalt zu suchen, und eine Reihe von Kandidaten sei bereits dabei "sich sorgfältig in die Fakten und Vorgänge einzuarbeiten". Ein weiterer Anwalt, Paul Argentieri, wird Ceglia demnach jedoch weiterhin vertreten.

Lake gab für seinen Rückzug keinen Grund an - doch warum er Ceglia nicht mehr vertreten will, dürfte angesichts der jüngsten Entwicklungen auf der Hand liegen.

Ceglia hat in den letzten Jahren in Wellsville im Staat New York Holzpellets verkauft. Er und seine Familie leben Medienberichten zufolge jedoch inzwischen in Irland. Seine Klage gegen Facebook bezieht sich auf einen Vertrag zwischen ihm und Zuckerberg aus dem Jahr 2003. Ceglia behauptet, er habe Zuckerberg damals angestellt, um verschiedene Projekte zu entwickeln, darunter auch jenes, das später zu Facebook wurde. Facebook bezeichnet den Vertrag als Fälschung und gibt an, es existiere zwar ein "authentischer" Vertrag zwischen Ceglia und Zuckerberg, der aber betreffe nicht Facebook.

Facebooks Wert wird derzeit auf 68,2 Milliarden Dollar taxiert. Analysten rechnen mit einem baldigen Börsengang, möglicherweise schon im kommenden Jahr. "Forbes" zufolge beläuft sich das Privatvermögen von Mark Zuckerberg derzeit auf 17,5 Milliarden Dollar.

cis/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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wetnoodle 18.10.2011
1. Es ist wieder Märchenstunde bei SPON
Zuckerberg besitzt natürlich keine 17.5 Milliarden Dollar. Er hat wahrscheinlich nicht mal eine Milliarde liquide. Das sind nur theoretische Werte die auf Aktien basieren die noch nicht mal öffentlich gehandelt werden und somit auch nicht der Kontrolle der SEC unterliegen. Natürlich hockt keiner der ganzen Forbes Milliardäre auf soviel Bargeld wie man ihnen andichtet, die meisten haben jedoch reale Werte oder "echte" Aktien die dahinter stehen. Zuckerbergs Vermögen hat bislang zum allergrössten Teil nur auf dem Papier bestand - aber nicht auf Banknoten.
Teami 18.10.2011
2. ...
Zitat von wetnoodleZuckerberg besitzt natürlich keine 17.5 Milliarden Dollar. Er hat wahrscheinlich nicht mal eine Milliarde liquide. Das sind nur theoretische Werte die auf Aktien basieren die noch nicht mal öffentlich gehandelt werden und somit auch nicht der Kontrolle der SEC unterliegen. Natürlich hockt keiner der ganzen Forbes Milliardäre auf soviel Bargeld wie man ihnen andichtet, die meisten haben jedoch reale Werte oder "echte" Aktien die dahinter stehen. Zuckerbergs Vermögen hat bislang zum allergrössten Teil nur auf dem Papier bestand - aber nicht auf Banknoten.
Zum einen zitiert SPON da "FORBES", sprich es ist keine Märchenstunde bei SPON sondern allenfalls bei FORBES. Abgesehen davon sind derart virtuelle Werte ebenfalls dem vermögen zuzurechnen. Gleich ob diese nun frei gehandelt werden oder nicht.
Habeshah 20.10.2011
3. Völlig überschätzt
Zitat von wetnoodleZuckerberg besitzt natürlich keine 17.5 Milliarden Dollar. Er hat wahrscheinlich nicht mal eine Milliarde liquide. Das sind nur theoretische Werte die auf Aktien basieren die noch nicht mal öffentlich gehandelt werden und somit auch nicht der Kontrolle der SEC unterliegen. Natürlich hockt keiner der ganzen Forbes Milliardäre auf soviel Bargeld wie man ihnen andichtet, die meisten haben jedoch reale Werte oder "echte" Aktien die dahinter stehen. Zuckerbergs Vermögen hat bislang zum allergrössten Teil nur auf dem Papier bestand - aber nicht auf Banknoten.
Wer soll 68 Milliarden für eine Firma zahlen die gerade mal 2 Milliarden Umsatz macht? Gewinn 2010 waren auch nur so 700 Millionen. Die tollen Analysten puschen mal wieder um genug Dumme zu finden die, die Papiere kaufen. Zum Vergleich: Apple macht 28 Milliarden Gewinn. Da waren die Analysten enttäuscht. Doch bei Facebook werden sie glücklich.
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