Hetze im Internet Facebook sperrt Konten von Ultrarechten

Sie hetzen gegen Frauen, Migranten oder Transgender: Facebook will die Umgangsweise in sozialen Netzwerken regulieren und hat einige Profile gesperrt, darunter die von Alex Jones und Milo Yiannopoulos.

Ultrarechte (Archivbild): Milo Yiannopoulos (l.), Alex Jones und Louis Farrakhan (r.)
AFP

Ultrarechte (Archivbild): Milo Yiannopoulos (l.), Alex Jones und Louis Farrakhan (r.)


Facebook hat eine Reihe von ultrarechten Kommentatoren aus den USA und Großbritannien von seinen Seiten verbannt. Darunter ist der einflussreiche amerikanische Verschwörungstheoretiker Alex Jones, der eine Radio-Talkshow hat und die Website "Infowars" betreibt, wie der Internetkonzern mitteilte.

Ausgesperrt wurde auch der britische Provokateur Milo Yiannopoulos, dem Rassismus und Frauenfeindlichkeit vorgeworfen werden. Er schrieb in der Vergangenheit für das Portal "Breitbart News". Ebenfalls von dem Bann betroffen ist der umstrittene US-Schwarzenführer Louis Farrakhan, Chef der Organisation "Nation of Islam". Ihm wird angelastet, antisemitische Ansichten und die Überlegenheit der schwarzen Rasse zu propagieren.

"Entmenschlichende Sprache" auf Facebook

Facebook habe schon immer Individuen oder Organisationen verbannt, die Gewalt und Hass beförderten, teilte das Unternehmen mit. Den Betroffenen würden ihre Seiten im Facebook-Netzwerk wie auch bei der Konzerntochter Instagram gelöscht.

Jones war zwar schon im vergangenen Jahr von Facebook wegen "Verherrlichung von Gewalt" und "entmenschlichender" Sprache gegenüber Muslimen, Migranten und Transgendern ausgesperrt worden, damals aber nur vorläufig und nicht in vollem Umfang.

Facebook und andere Onlinenetzwerke sehen sich seit dem US-Wahlkampf von 2016 und dem Brexit-Votum starkem Druck ausgesetzt, energischer gegen die Verbreitung falscher und manipulativer Inhalte auf ihren Seiten vorzugehen. Die Betreiber der großen Plattformen haben auch diverse entsprechende Schritte ergriffen. Vielen Kritikern gehen die Maßnahmen aber nicht weit genug.

kry/AFP

insgesamt 37 Beiträge
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patriae. 03.05.2019
1.
Interessant das man heute schon Frauenfeind ist, wenn man dem Gender,- und SJW, Third-Wave-Feminism-Dreck nicht zustimmt. Nun ja. Milo wird das ziemlich egal sein. Seine Facebook-Präsenz war sowieso dürftig. Die anderen kenne ich nicht mal.
patriae. 03.05.2019
2.
Witzigerweise geht aber kein "Hass" von Links aus, so suggeriert es zumindest der Artikel. Entweder ist hier Facebook nicht konsequent und sperrt jeden Hass, oder Spiegel hat hier gewisse Details ausgelassen. Es gibt sowohl aus dem deutschsprachigen Raum und auch dem britischen, amerikanischen oder kanadischen Raum genug linke, die ähnliche Schreibweisen an den Tag legen, man muss nur danach suchen. Nach dem Artikel kam mir dann eigtl nur noch: "Ein Schelm wer böses dabei denkt". Großbritannien und Kanada sind eh schon verloren. Von daher.. nothing of value was lost.
axisofjustice 03.05.2019
3. Backlash against the regressive left
Dass Milo Yiannopolous gesperrt wurde, überrascht mich. Ich halte ihn für ziemlich narzisstisch, aber auch für einen klugen Kopf, der mit seiner Kritik an der modernen Linken oft Recht hat. Er, Ben Shapiro, Steven Crowder, Laura Southern und auch Jordan Peterson muss man nicht mögen, aber sie sind nicht aus dem Nichts entstanden, sondern ein dicker, fetter Indikator dafür, in was für Widersprüche und unfreiheitliche Ideologien sich die vermeintlich moderne politische Linke verstrickt hat.
bammbamm 03.05.2019
4.
Milo Yiannopoulos muss man nicht mögen, aber ihn als "ultrarecht" zu bezeichnen zeigt mal wieder warum man den Medien nicht mehr trauen kann
Actionscript 03.05.2019
5. Richtige Entscheidung
Gefährliche Verschwörungstheorien und Lügengeschichten oder oder Rassismus haben auch auf Facebook nichts zu suchen. Wenn man Facebook seine Meinung sagen will, dann schliesst man den Account und gibt den Grund an. Ich hab das vielfach getan. Und je mehr Leute das tun, darauf reagiert Facebook.
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