Trauma durch Schock-Inhalte Ex-Mitarbeiterin verklagt Facebook

Vergewaltigung, Folter, Mord: Täglich würden Facebook-Mitarbeiter mit Webinhalten konfrontiert, die traumatische Schäden auslösten. So argumentiert eine US-Kanzlei - und strebt nun eine Sammelklage gegen den Konzern an.
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Foto: Christophe Gateau/ dpa

Facebook droht in den USA eine Sammelklage wegen mangelnden Schutzes von Mitarbeitern vor den Folgen verstörender Webinhalte. Eine ehemalige Moderatorin, die bei dem Online-Netzwerk nach Angaben ihrer Anwälte etwa anstößige Bilder und Videos sichtete und entfernte, verklagte das Unternehmen wegen einer angeblich durch diesen Job erlittenen posttraumatischen Belastungsstörung.

Als Zeitarbeiter eingestellte Facebook-Moderatoren würden täglich mit Tausenden Videos, Bildern und Live-Übertragungen von sexuellem Missbrauch von Kindern, Vergewaltigungen, Folter, Enthauptungen oder Morden bombardiert, heißt es in einer Erklärung  von Klägeranwalt Korey Nelson von der Kanzlei Burns Charest.

Das Unternehmen ignoriere seine Pflicht, für die Sicherheit dieser Mitarbeiter zu sorgen, heißt es in der Mitteilung der Anwälte weiter. Facebook greife beim Ausmisten seiner Plattform auf Zeitarbeiter zurück, die angesichts der schockierenden Inhalte irreparable traumatische Schäden in dem Job erlitten.

Die Klägerin Selena Scola aus San Francisco arbeitete den Anwälten zufolge ab Juni 2017 neun Monate lang im Auftrag einer Zeitarbeitsfirma für Facebook, später sei bei ihr eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden. Die Kanzlei strebt eine Sammelklage im Namen aller betroffenen Facebook-Mitarbeiter an und fordert unter anderem die Einrichtung eines Fonds für medizinische Tests und Versorgung der Moderatoren.

Facebook erklärte, die Behauptungen derzeit zu prüfen. Die Arbeit der Moderatoren sei häufig schwierig, "darum nehmen wir die Unterstützung unserer Moderatoren unglaublich ernst". Die Mitarbeiter würden spezielles Training erhalten , zudem biete man ihnen psychologische Hilfe an. Facebook-Angestellten stehe dies hausintern zur Verfügung, von Partnerfirmen würden ebenfalls entsprechende Ressourcen verlangt.

aar/dpa
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