WhatsApp und Instagram im Fokus US-Regierung und 48 Bundesstaaten verklagen Facebook wegen Wettbewerbsverstößen

Nach Google nehmen die US-Regierung und zahlreiche Bundesstaaten nun auch Facebook ins Visier. Das Unternehmen von Mark Zuckerberg wird sich für seine milliardenschweren App-Zukäufe rechtfertigen müssen.
Facebook: Das Unternehmen hat enorme Marktmacht

Facebook: Das Unternehmen hat enorme Marktmacht

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Ralph Peters / imago images

In den USA haben die US-Verbraucherschutzbehörde und 48 Bundesstaaten den Internetriesen Facebook verklagt. In den Klagen wird Facebook vorgeworfen, mit einer »Monopolstellung« freien Wettbewerb zu verhindern. Die Klagen zielen darauf ab, dass sich Facebook von den Diensten Instagram und WhatsApp trennt.

Online-Schwergewichte wurden im Heimatmarkt USA lange Zeit nur sehr lasch reguliert. Zuletzt schlug die Stimmung aber um. Erst im Oktober nahmen die US-Regierung und elf Bundesstaaten Google mit einer Wettbewerbsklage ins Visier. Google schütze seine dominierende Position bei der Internetsuche und der damit verbundenen Werbung auf illegale Weise, lautet der Vorwurf in einer Klage des US-Justizministeriums. Das Unternehmen wies die Anschuldigung zurück. Rechtsexperten äußerten Zweifel, ob die Regierung sich mit der Google-Klage durchsetzen kann. Denn dafür müsste sie unter anderem nachweisen, dass die amerikanischen Verbraucher durch ein wettbewerbswidriges Verhalten von Google zu Schaden kommen.

22 Milliarden für Instagram gezahlt

Facebook hatte Instagram 2012 für rund eine Milliarde Dollar gekauft und WhatsApp 2014 für etwa 22 Milliarden Dollar. Die Übernahmen lösten damals keinen Widerspruch der Regulierer in den USA aus – auch wenn Kritiker argumentierten, dass Facebook sich damit Konkurrenten einverleibt habe, die dem Konzern hätten gefährlich werden können.

Das Onlinenetzwerk kontert, beide Dienste hätten nicht zuletzt dank der technischen Plattform von Facebook ihre aktuelle Größe mit jeweils deutlich mehr als einer Milliarde Nutzern erreichen können. Außerdem gebe es nach wie vor viel Wettbewerb. Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg hatte unter anderem auch versucht, Snapchat zu kaufen, die Gründer der App lehnten das Angebot jedoch ab.

Auch die EU-Kommission hatte die WhatsApp-Übernahme freigegeben. Bei ihr musste Facebook später jedoch eine Strafe zahlen, weil das Onlinenetzwerk irreführende Angaben gemacht habe. Bei Ankündigung der Übernahme hatte es geheißen, dass eine Zusammenführung von Daten der Nutzer von WhatsApp und von Facebook technisch nicht möglich sei. Später fand Facebook aber doch einen Weg dafür.

Die amerikanische Federal Trade Commission (FTC) hatte in diesem Jahr angekündigt, Übernahmen durch Amazon, Apple, Facebook, Microsoft und den Google-Mutterkonzern Alphabet seit dem Jahr 2010 unter die Lupe zu nehmen.

mbö/hba/dpa/AFP
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