Datenschutzbedenken Facebook verklagt EU wegen Privatsphäre-Verletzung

Nein, das ist kein Tippfehler.
Facebook-Sitz in Menlo Park: Das Unternehmen sagt, es habe der EU-Kommission bereits viele Dokumente übergeben

Facebook-Sitz in Menlo Park: Das Unternehmen sagt, es habe der EU-Kommission bereits viele Dokumente übergeben

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Facebook geht gerichtlich gegen die europäischen Wettbewerbshüter vor. Die EU-Kommission habe für ihre im vergangenen Jahr gestartete Untersuchung der Marktstellung des Unternehmens Informationen angefordert, die über das Nötigste hinausgingen, teilte das soziale Netzwerk am Montag mit, darunter auch personenbezogene Daten.

In den beiden Untersuchungen der Kommission geht es um die Datenerhebung und -nutzung von Facebook sowie um den Marketplace, Facebooks Kleinanzeigenfunktion. Bisher hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 315.000 Dokumente im Umfang von insgesamt 1,7 Millionen Seiten an die Kommission übergeben.

Wie zuerst die "Financial Times" berichtete , hat die Kommission aber weitere Dokumente angefordert, in denen unter anderem die Begriffe "big question", "for free", "not good for us" und "shutdown" auftauchen. Dagegen wehrt sich Facebook mit seiner Klage.

"Höchst sensible persönliche Informationen"

"Die ungewöhnlich breite Natur der Forderungen der Kommission bedeutet, dass wir auch irrelevante Dokumente übergeben müssten, die nichts mit den Ermittlungen zu tun haben, darunter auch höchst sensible persönliche Informationen wie Gesundheitsdaten unserer Mitarbeiter, persönliche Finanzunterlagen und private Informationen zu Familienmitgliedern", erklärte Facebook-Anwalt Tim Lamb. "Wir denken, dass derartige Anfragen ein Fall für die EU-Gerichte sind."

Einige Dokumente würden angeblich auch Sicherheitsrisiken auf dem Facebook-Campus im kalifornischen Menlo Park offenlegen, der 2018 nach einer Bombendrohung geräumt werden musste, heißt es in der "Financial Times".

EU-Vertreter halten ihr Vorgehen dem Bericht zufolge für ganz normal, sie seien nicht an personenbezogenen Daten interessiert. Die Kommission will sich entsprechend vor dem Gericht der Europäischen Union verteidigen, der zweithöchsten gerichtlichen Instanz in der EU nach dem Europäischen Gerichtshof (EuGH).

pbe/Reuters
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