Fotodienst Die vier größten Street-View-Irrtümer

Street View auf dem Handy: Umstrittener Dienst, viele Missverständnisse
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Street View auf dem Handy: Umstrittener Dienst, viele Missverständnisse

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2. Teil: Irrtum Nummer 1 - Street View verletzt die Privatsphäre


Aufnahmen von Gebäuden von öffentlichen Wegen aus sind per definitionem keine Eingriffe in die Privatsphäre. Schließlich ist es der öffentliche Raum, der hier abgebildet wird, nicht private Wohnungen oder Ähnliches.

Die bei Street View abgebildeten Häuser werden auch nicht mit den Namen der Bewohner oder ähnlichen Informationen verknüpft. Wer also seine Adresse nicht anderswo veröffentlicht, muss auch nicht befürchten, dass sich Fremde gezielt sein Haus innerhalb des Dienstes ansehen. Wer seine Anschrift jedoch an anderer Stelle öffentlich zugänglich macht, sei es im Telefonbuch oder auf einer Website, ist dafür selbst verantwortlich. Diese Information reicht aus, um sich das Haus des Betroffenen von außen ansehen zu können, auch wenn man dazu vorerst persönlich hinfahren muss.

Was die Fotos von Passanten angeht: Google hat zugesagt, diese zu verpixeln. An den bisher bereits livegeschalteten Straßenansichten etwa aus den USA kann man sehen, dass das weitgehend verlässlich funktioniert. Das bedeutet nicht, dass Bekannte und Freunde der Fotografierten sie nicht vielleicht doch erkennen könnten - doch die realen Fälle, in denen dies zu Privatsphäre-relevanten Problemen führt (klassisches Beispiel: Mann kommt aus Sexshop), dürften äußerst selten sein.

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medienquadrat, 21.08.2010
1. natürlich ist das ein Rechtsbruch,...
...im Kontext mit anderen multiverfügbaren digitalen Daten wird eine völlig neue Qualität geschaffen, die der Gesetzgeber, als es das World Wide Web noch nicht gegeben hat, überhaupt noch nicht bedacht hatte. Sich dem autistischen Kartographiewahn und den egomanischen Wirtschaftsinteressen eines amerikanischen Multis zu unterwerfen, bedeutet lediglich, den Voyeurismus einiger weniger zu bedienen, die ihre latente Abartigkeit damit befriedigen können, hinter jedem herzustalken. Das digitale Gaffen, als Grundrecht, dass ich nicht lache! Von solchen feigen Monstern bewahrt zu bleiben, das ist ein Grundrecht! Und wenn es dazu noch keine rechtssprechung gibt, dann wird es aber verdammt-noch-mal-an höchste Zeit. Die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner scheint momentan die einzige zu sein, die das begriffen hat.
A_Friend, 21.08.2010
2.
Zitat von medienquadrat...im Kontext mit anderen multiverfügbaren digitalen Daten wird eine völlig neue Qualität geschaffen, die der Gesetzgeber, als es das World Wide Web noch nicht gegeben hat, überhaupt noch nicht bedacht hatte. Sich dem autistischen Kartographiewahn und den egomanischen Wirtschaftsinteressen eines amerikanischen Multis zu unterwerfen, bedeutet lediglich, den Voyeurismus einiger weniger zu bedienen, die ihre latente Abartigkeit damit befriedigen können, hinter jedem herzustalken. Das digitale Gaffen, als Grundrecht, dass ich nicht lache! Von solchen feigen Monstern bewahrt zu bleiben, das ist ein Grundrecht! Und wenn es dazu noch keine rechtssprechung gibt, dann wird es aber verdammt-noch-mal-an höchste Zeit. Die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner scheint momentan die einzige zu sein, die das begriffen hat.
Na dann bennenen sie doch mal, welches Recht hier von Google gebrochen wurde! Alternativ können sie gerne auch mal einen Vorschlag machen, wie ein Gesetz aussehen soll, daß zum einen Google in die Schranken weist, zum anderen aber die Rechte "normaler" Fotografen nicht unangemessen einschränkt. Oder sie beantworten lieber folgende Frage: Wenn Google so wie in Japan die Kameras auf Grund von Protesten auf 2,05 m runterschraubt und dafür keine Einsprüche mehr annimmt - wären sie dann zufrieden? All diese Fragen wurden in anderen Freds mehrmals gestellt - aber von SV-Gegnern bisher nicht beantwortet!
medienquadrat, 21.08.2010
3. ...
Zitat von A_FriendNa dann bennenen sie doch mal, welches Recht hier von Google gebrochen wurde! Alternativ können sie gerne auch mal einen Vorschlag machen, wie ein Gesetz aussehen soll, daß zum einen Google in die Schranken weist, zum anderen aber die Rechte "normaler" Fotografen nicht unangemessen einschränkt. Oder sie beantworten lieber folgende Frage: Wenn Google so wie in Japan die Kameras auf Grund von Protesten auf 2,05 m runterschraubt und dafür keine Einsprüche mehr annimmt - wären sie dann zufrieden? All diese Fragen wurden in anderen Freds mehrmals gestellt - aber von SV-Gegnern bisher nicht beantwortet!
weil es nicht die Aufgabe eines Opfers ist, dem Täter Alternativen zu bieten. Wofür lebe ich in einem durchorganisierten und angeblich politisch verwalteten Rechtsstaat, wenn ich mir neben meiner Arbeit auch noch Gedanken machen müsste, was ich einem Taschendieb - nur als Beispiel- denn alternativ anbieten könnte, wenn ich ihm mein Portemonai verweigere?
mondhütchen 21.08.2010
4.
Was Google macht ist nichts weiter als das, was man wohl als "mainstream" bezeichnen kann....es hat schon auch was von einer gehörigen "Gaffermentalität", die den Leuts damit weiter "anerzogen" wird...für die Kinder von heute wird es somit später "völlig normal" sein, alles und jeden in einer gewissen Weise zu beobachten und zu kontrollieren...und die wirklich wichtigen Dinge des Lebens...z.B. "sich um Bedürftige im realen Umfeld zu kümern" wird damit schlicht "aberzogen"... Ein tatsächlicher "Wichtigkeitsgrad" für diese "bildliche Ent-Privatisierung" liegt sicherlich nicht vor..und was die Einspruchsfrist von acht Wochen betrifft, so halte ich diese für nicht rechtens..es kann nicht sein, dass es eine Frist gibt, für das "eigene Recht", das immer gelten muss.... Irgendwie erinnert das Ganze an "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury...
A_Friend, 21.08.2010
5.
Zitat von medienquadratweil es nicht die Aufgabe eines Opfers ist, dem Täter Alternativen zu bieten. Wofür lebe ich in einem durchorganisierten und angeblich politisch verwalteten Rechtsstaat, wenn ich mir neben meiner Arbeit auch noch Gedanken machen müsste, was ich einem Taschendieb - nur als Beispiel- denn alternativ anbieten könnte, wenn ich ihm mein Portemonai verweigere?
Zumindest eines haben sie richtig gesagt: Wir leben in einem Rechtsstaat. Das heiß aber auch, das sie ihr Recht auf Privatsphäre nicht plötzlich auf Räume ausdehen können, die öffentlich einsehbar sind. Aber wie ich es mir bereits dachte: Sie wissen weder, welches Recht angeblich verletzt wurde, noch wie man es anders machen könnte. Noch eine Frage an sie: Haben Sie denn zumindest bei den staatlichen Beschneidungen der Privatsphäre der letzten Jahre (VDS, ELENA, BKA-Gesetz, Geldwäschegesetz, Online-Durchsuchung u.s.w.) auch protestiert? Ich wage mal die Vermutung, daß sie damals als braver, obrigkeitshöriger Bürger ganz still waren.
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