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18. Dezember 2011, 16:26 Uhr

"FoWL"

WikiLeaks gründet Sympathisanten-Netzwerk

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks will ihre Unterstützer besser organisieren. Mit einem eigenen Social Network für die Sympathisanten soll der weltweiten Fangemeinde der Plattform mehr Struktur und damit größere Schlagkraft verliehen werden.

Hamburg - WikiLeaks kämpft in diesen Tagen an vielen Fronten. In London wehrt sich Gründer Julian Assange gegen seine Auslieferung nach Schweden - die allerdings nichts mit Enthüllungen zu tun hat, sondern mit dem Vorwurf der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung. In Fort Meade, Marylandläuft seit Samstag die Anhörung, in der entschieden werden soll, ob Bradley Manning, angeblich die Quelle diverser großer Enthüllungen aus US-Geheiminformationen, vor ein Kriegsgericht kommt. Schon seit einiger Zeit mangelt es WikiLeaks an Geld, und ein neues sicheres Einreichnungssystem für neue Leaks ist noch immer nicht eingereichtet. Die kürzlich veröffentlichten "Spy Files" über die Praktiken und Produkte der internationalen Überwachungsbranche sind denn auch eher Dossier denn Enthüllung im engeren Sinne.

Da käme ein bisschen mehr Unterstützung gerade recht. Tatsächlich gibt es rund um die Welt viele Menschen, die große Sympathien für WikiLeaks hegen. Die will die Plattform nun vernetzen, mit einem eigenen Social Network. "Friends of WikiLeaks" soll das Netzwerk heißen, kurz FoWL. Aus dem Gründungs-Manifest: "Seit seiner Gründung sind viele kleine Gruppen zur Unterstützung von Wikileaks entstanden. Sie haben sich ohne globalen Zusammenhang geformt und nur eine kleine Fraktion der Leute, die Wikileaks unterstützen haben einen Weg gefunden gemeinsam die Organisation praktisch zu verteidigen. FoWL wird diese Leute, Gruppen und Organisationen vernetzen, so dass sich Synergien ergeben können und wir gemeinsam produktiv und effizient arbeiten können."

Dabei soll es wohl ums Spendensammeln gehen - wer sich anmeldet, wird gleich mal zum Spenden aufgefordert -, aber auch um die Organisation von Demonstrationen oder um Öffentlichkeitsarbeit gehen.

Jeder Sympathisant, der sich bei dem Netzwerk anmeldet, soll mit sechs weiteren verkuppelt werden, die in der Nähe leben, und mit sechs weiteren rund um den Globs mit denen er sich auch verständigen kann - bei der Anmeldung müssen Sprachfähigkeiten mit angegeben werden. Diese Zwölferringe von Sympathisanten, sollen eine stabile Struktur von Unterstützerzellen bilden.

Zunächst kann man sich bei FoWL allerdings nur anmelden, sonst nichts. Man werde benachrichtigt, wenn genügend Anmeldungen vorlägen, damit einem "Freunde" zugeteilt würden, wird nach dem Anmeldevorgang mitgeteilt. Die Begrüßung im vorerst rein virtuellen Netzwerk endet mit den Worten: "Mit freundlichen Grüßen, Julian Assange." Es sieht weiterhin nicht aus, als wolle der Plattform-Gründer seine persönliche Rolle bei WikiLeaks angesichts seiner juristischen Probleme zurückfahren.

cis

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