Digitalwelt für 3D-Avatare Facebook-Whistleblowerin besorgt über Zuckerbergs Metaverse-Pläne

Mark Zuckerberg investiert massiv in die Idee, dass Menschen bald in einer virtuellen Welt miteinander kommunizieren. Die Whistleblowerin Frances Haugen warnt – ihr machten die Pläne Angst.
Whistleblowerin Haugen: »Angst, noch mehr Mikrofone und Sensoren von Facebook in unsere Häuser und Büros zu bringen«

Whistleblowerin Haugen: »Angst, noch mehr Mikrofone und Sensoren von Facebook in unsere Häuser und Büros zu bringen«

Foto: Christophe Gateau / dpa

Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen ist besorgt über die Pläne von Mark Zuckerberg, sein Unternehmen auf die virtuelle Welt, auf den Betrieb eines sogenannten Metaverse, auszurichten. »Mir persönlich macht der Gedanke Angst, noch mehr Mikrofone und Sensoren von Facebook in unsere Häuser und Büros zu bringen und uns davon ausspionieren zu lassen, während wir keine Ahnung haben, wie sie die Daten verwenden«, sagte Haugen am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

Facebook habe wiederholt gezeigt, dass man dem Unternehmen nicht vertrauen könne und dass seine öffentlichen Aussagen nicht mit den Entwicklungen im Konzern übereinstimmten. Speziell betonte Haugen, dass Facebook Geräte wie VR-Brillen, die virtuelle Realität darstellen können, zum Selbstkostenpreis anbieten wolle. »Sie wollen es anderen unmöglich machen, zu gleichen Bedingungen mit ihnen zu konkurrieren«, so Haugen.

Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg hatte jüngst die Umbenennung seiner Firma in »Meta« angekündigt. Mit dem neuen Namen möchte er unter anderem betonen, dass er das Metaverse für die Zukunft der digitalen Kommunikation hält. (Lesen Sie hier mehr darüber, was Zuckerberg mit dem Metaverse vorhat.)

Frances Haugen hat früher für Facebook gearbeitet, ist mittlerweile aber eine lautstarke Kritikerin der Firma. Sie hat eine große Sammlung interner Facebook-Dokumente heruntergeladen und diese dem US-Kongress, Behörden sowie ausgewählten Medien zur Verfügung gestellt. Die Informationen belegen Haugen zufolge, dass der Konzern Profite über das Wohl seiner Nutzer stellt. So seien interne Hinweise auf für Nutzer schädliche Entwicklungen ignoriert worden. Facebook weist Haugens Vorwürfe zurück.

Die jüngste Entscheidung von Facebook, seine Funktion zur Gesichtserkennung einzustampfen, begrüßt die Whistleblowerin. »Ich denke, das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir eine harte Position gegenüber dem Handeln von Facebook einnehmen«, sagte Haugen. »Denn wenn wir uns zusammenschließen und vernünftige Dinge fordern, können wir Fortschritte erreichen.«

hpp/dpa
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