Deutscher Internet-Schwarzmarkt "Fraudsters"-Admin festgenommen

Drogen- und Arzneimittelhandel, Tipps für den Kreditkartenbetrug: Um solche Themen ging es im Onlineforum "Fraudsters". Ermittler wollen nun zwei der Verantwortlichen identifiziert haben.

Screenshot von einem Teil der "Fraudsters"-Startseite (auf dem Stand von Juli 2016)
SPIEGEL ONLINE/Internet Archive

Screenshot von einem Teil der "Fraudsters"-Startseite (auf dem Stand von Juli 2016)


Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz haben am Mittwoch den mutmaßlichen Administrator eines einst recht bekannten deutschsprachigen Online-Schwarzmarkts festgenommen.

Dem 34 Jahre alten Hauptverdächtigen aus dem Landkreis Pinneberg werde unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, erklärten die Ermittler am Donnerstag. Auch der mutmaßliche Gründer des Forums, ein 44 Jahre alter Mann aus Sachsen-Anhalt, sei identifiziert worden. Ihm werde ebenfalls die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Die Ermittlungen wegen des Forums "Fraudsters", das seine Betreiber als "Underground-Marktplatz" inszenierten, laufen den Angaben zufolge seit Ende 2017. Über das Forum heißt es, dort seien häufig illegale Güter und Waren zum Kauf angeboten worden, etwa Betäubungsmittel, gefälschte Arzneien, gestohlene Daten oder gefälschte Urkunden. Zuletzt seien dort 30.000 Nutzer registriert gewesen, für Zahlungen wurde die Kryptowährung Bitcoin genutzt.

Bis April sei das Forum auch über das Darknet erreichbar gewesen, sagten die Ermittler. "Fraudsters" war aber auch im World Wide Web präsent, also mit gewöhnlichen Internetbrowsern ansteuerbar. Der Name des Forums spielt auf das englische "Fraudster" an, das "Betrüger" bedeutet.

Erfahrungen und Tipps zu Straftaten

Gleichzeitig mit der Festnahme des mutmaßlichen Administrators sind den Ermittlern zufolge zwei Wohnungen im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein und im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt durchsucht worden. Dem Hauptverdächtigen werde auch der dringende Verdacht der Beihilfe zu Betäubungsmittelstraftaten in mehr als 1700 Fällen, Datenhehlerei, Urkundenfälschung und Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz vorgeworfen.

Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz schreibt, Plattformen wie "Fraudsters" würden dem Austausch von Erfahrungen, Hinweisen und Tipps vornehmlich zur Begehung von Straftaten im Internet dienen. Daneben seien die Angebote gewissermaßen schwarze Bretter, "wo Angebote und Gesuche eingestellt werden können". "Fraudsters" habe zusätzlich die Möglichkeit zum Kauf illegaler Waren und Dienstleistungen geboten.

Auf "Fraudsters" gab es, so zeigt es eine ältere Aufnahme der Seite, zum Beispiel Unterforen zu Themen wie "Hacking", "Malware", "Drogen" und "Kryptowährungen". Unterforen wie "Biete" und "Suche" wiederum hatten Kategorien wie "Server", "Waren", "Drogen" und "Kreditkarten". Diskutiert wurde in dem Forum unter anderem auch über Phishing, Dokumentenfälschung und Offshore-Gesellschaften.

mbö/AFP

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